Ab Juli: Deutschlandticket wird für Bürgergeld-Empfänger günstiger

Eine Person steht an einem rot-grauen Fahrkartenautomaten der Rheinbahn und bedient diesen. Der Automat trägt gut sichtbar die Aufschrift "Tickets" sowie das Rheinbahn-Logo und befindet sich offenbar an einer Haltestelle im Freien.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Neben der Grundsicherung erhalten Bürgergeld-Empfänger auch anderweitig finanzielle Unterstützung vom Staat. In einigen Städten oder Bundesländern gibt es auch das Deutschlandticket oder Regional-Abos zum vergünstigten Preis.

Das Bürgergeld zielt darauf ab, sozial schwächeren Menschen finanziell unter die Arme zu greifen. Da der Preis für das Deutschlandticket in den letzten Jahren gestiegen ist, gibt es vielerorts entsprechende Ermäßigungen.

Bürgergeld-Empfänger: Regelbedarf und mehr

Am 5. März hat der Bundestag die geplante Umgestaltung des Bürgergelds zu einer neuen Grundsicherung beschlossen. Dafür steht jedem Empfänger zur Sicherung des Lebensunterhalts ein Regelsatz zu – plus Kosten für Unterkunft und Heizung. Mit der Grundsicherung will die Bundesregierung Menschen in finanzieller Not helfen, beschließt zugleich jedoch härtere Sanktionen. Wer Stellenangebote, Fördermaßnahmen oder Termine nicht wahrnimmt, muss künftig mit einer Kürzung der Grundsicherung um 30 Prozent für jeweils drei Monate rechnen. Im schlimmsten Fall droht sogar eine komplette Streichung der Leistungen. Die neuen Regelungen treten zum 1. Juli 2026 in Kraft. Neben den Kosten für den Lebensunterhalt deckt das Jobcenter auch zusätzliche Kosten ab. Dazu gehören beispielsweise Erstausstattungen, Leistungen für Bildung und Teilhabe oder auch die Fahrkosten.

Das Deutschlandticket für Bürgergeld-Empfänger

Bei der Einführung 2023 kostete das Deutschlandticket noch 49 Euro. Beim damaligen Regelsatz fielen vom Bürgergeld (laut Kalkulation der Bundesagentur für Arbeit) nur rund 45 Euro für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ab. Inzwischen kostet das Deutschlandticket nach zweimaliger Erhöhung 63 Euro. Der Regelsatz beim Bürgergeld bleibt jedoch seit zwei Jahren stabil. Aktuell liegt dieser bei 563 Euro, von denen etwa 50 Euro für Bus und Bahn gerechnet werden. Seit Jahren gibt es immer wieder Kritik, dass sich Empfänger von Sozialhilfe, viele Rentner oder Geringverdiener das Deutschlandticket nicht leisten können.

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Eine bundesweite Lösung gibt es bislang nicht. Jedoch bieten einige Bundesländer und vor allem größere Städte soziale Tarife an. In Hamburg und Berlin gibt es solche Sozialtickets etwa für 27,50 Euro im Monat. Auch in Leipzig und Nürnberg kann man für knapp 30 Euro monatlich den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Mit dem „Hessenpass mobil“ bekommt man dort eine Ermäßigung von rund 20 Euro auf das Deutschlandticket. Das sind nur ein paar Beispiele. Fakt ist: Nach wie vor gibt es zahlreiche Landkreise und Kommunen, die keine solchen Vergünstigungen anbieten. Daher werden immer wieder Forderungen nach einem bundesweiten Sozialticket laut.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Deutsche Bahn, Verkehrsverbünde, VdK)