ADAC deckt auf: Deutsche zahlen Wucherpreise an Tankstellen

Die Großaufnahme eines ADAC Autos. Das Foto zeigt einen Teil der Tür und der Reifen. Das Auto ist im typischen Gelb mit dem ADAC Schriftlogo im Schwarz.
Symbolbild © istockphoto/deepblue4you

Die Tankfüllung wird für viele Autofahrer zunehmend zur Kostenfalle. Indessen schaltet sich der ADAC ein und liefert bittere Gewissheit: Bei den Preisen an vielen Stationen ist die Grenze zum Wucher längst überschritten.

Dass die Preise nicht allein durch den Markt bestimmt werden, liegt auch an einer willkürlichen Preisgestaltung der Betreiber. Wer diese Mechanismen kennt, kann an der Zapfsäule jedoch gezielt gegensteuern und die Kosten deutlich senken.

Das Tanken wird immer teurer

Wer auf der Autobahn tankt, zahlt häufig deutlich mehr als nötig. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt, dass Autofahrer an deutschen Autobahntankstellen teilweise regelrechte Wucherpreise bezahlen. Im Durchschnitt kostet ein Liter Kraftstoff dort rund 33 Cent mehr als an Tankstellen abseits der Autobahn. In Einzelfällen beträgt der Preisaufschlag sogar bis zu 50 Cent pro Liter.

Für viele Urlauber und Pendler summieren sich diese Preisunterschiede schnell. Wer beispielsweise 50 Liter tankt, zahlt im Durchschnitt rund 16,50 Euro mehr als eigentlich nötig. An besonders teuren Tankstellen ist der Wucherpreis für die Deutschen sogar bis zu 25 Euro pro Tankfüllung höher. Der ADAC rät deshalb dazu, die Autobahn zum Tanken kurz zu verlassen. Oft befinden sich günstigere Tankstellen nur wenige Hundert Meter von der nächsten Ausfahrt entfernt.

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Experten raten hier zur Vorsicht

Wer beim Tanken sparen möchte, sollte außerdem auf den richtigen Zeitpunkt achten. Seit April 2026 gelten neue Preisregeln für Tankstellen. Die Betreiber dürfen ihre Preise nur noch einmal täglich anheben, während Preissenkungen weiterhin mehrfach möglich sind. Dadurch entstehen im Tagesverlauf häufig günstigere Zeitpunkte zum Tanken, als viele Wucherpreise, die die Deutschen sonst zahlen.

Ein weiterer Faktor für die derzeit hohen Kraftstoffpreise ist die CO₂-Bepreisung. Seit Anfang 2026 hat man den CO₂-Preis nicht mehr als festen Betrag erhoben, sondern innerhalb eines gesetzlichen Preisrahmens über Zertifikate ermittelt. Dadurch verteuern sich Benzin und Diesel zusätzlich. Nach Berechnungen des ADAC entfallen inzwischen je nach Kraftstoff bereits rund 17 bis 19 Cent pro Liter allein auf diese CO₂-Abgabe. Dieser Kostenbestandteil kommt zu den ohnehin höheren Preisen an Autobahntankstellen noch hinzu.

(Quellen: ADAC, Bundeskartellamt, Markttransparenzstelle für Kraftstoffe)