Auto-Krise: Porsche streicht erstmals Prämie für die Mitarbeiter

Auf dem Bild ist eine Porsche-Ausstellung zu sehen. Mehrere glänzende Modelle stehen nebeneinander. Eine Mitarbeiterin in Uniform und Maske poliert vorsichtig ein Auto, im Hintergrund leuchtet das Porsche-Logo.
Symbolbild © imago/ZUMA Press Wire

Die deutsche Autoindustrie steckt in einer Krise. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und der Umbruch zur Elektromobilität setzen Hersteller unter Druck. Experten sehen massive Umbrüche. Porsche streicht nun erstmals die Prämie für die Mitarbeiter.

Die Autoindustrie in Deutschland kämpft mit mehreren gleichzeitigen Belastungen. Hersteller spüren hohe Energiepreise, teure Rohstoffe sowie einen schwachen Absatz in vielen Märkten. Gleichzeitig treibt der Wandel zur Elektromobilität hohe Investitionen, wobei viele Unternehmen diese kaum noch aus eigenen Mitteln stemmen.

Krise in der Autoindustrie trifft Werke

Die Krise trifft Hersteller und Standorte in ganz Deutschland. Werke prüfen ihre Auslastung und verschieben teilweise Produktionslinien. Einige Unternehmen reduzieren Schichten oder setzen einzelne Fertigungen zeitweise aus. Standorte in Regionen mit hoher Abhängigkeit von der Autoindustrie geraten dadurch besonders unter Druck. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb zwischen den Werken innerhalb großer Konzerne. Dadurch entsteht Unsicherheit in vielen Regionen, die lange von stabiler Industrieproduktion lebten. Kommunen und Zulieferer spüren die Folgen ebenfalls und müssen sich auf sinkende Aufträge einstellen. Auch Beschäftigte spüren die Folgen der Krise deutlich.

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Porsche streicht erstmals Prämie

Viele Unternehmen reagieren mit Einstellungsstopps, Kürzungen bei Überstunden und weniger Spielraum bei Gehaltsverhandlungen. In einigen Fällen bauen Firmen Stellen ab oder verzichten auf befristete Verlängerungen. Dadurch wächst die Unsicherheit in den Belegschaften. Mitarbeiter achten stärker auf die Stabilität ihres Arbeitgebers und beobachten wirtschaftliche Entwicklungen genau. Gleichzeitig steigt der Druck auf Qualifizierung, weil neue Technologien und Produktionsprozesse andere Fähigkeiten verlangen. Viele Beschäftigte müssen sich daher stärker an Veränderungen anpassen und zusätzliche Weiterbildung einplanen.

Der Sportwagenhersteller Porsche reagiert auf das schwache Geschäftsjahr und streicht erstmals seit Jahren die Sonderzahlung für die Beschäftigten. Ein Unternehmenssprecher erklärt in Stuttgart die wirtschaftliche Lage als Grund und informiert die Belegschaft bereits über diesen Schritt. In den vergangenen Jahren zahlte Porsche vergleichsweise hohe Boni. Für 2023 erhielten Beschäftigte je nach Regelung bis zu 9.690 Euro. Mehr als 27.000 Beschäftigte in Deutschland, darunter auch im Werk Leipzig, sind davon betroffen und müssen nun auf die Sonderzahlung verzichten.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, DIE ZEIT, dpa)