Autobranche steckt in der Krise: Verbrenner-Verbot vor dem Aus

Aus einem schwarzen Auto, einem Verbrenner, der von hinten zu sehen ist, steigt Qualm aus dem Auspuff. Auf dem Nummernschild steht in großen roten Buchstaben "Verbot" geschrieben.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Die EU wollte das Verbrenner-Aus. Weil die Autobranche in der Krise steckt, müssen nun aber offenbar andere Pläne her. Plötzlich steht das Ende der klassischen Motoren doch auf der Kippe. Alle Entwicklungen auf einen Blick. 

Der Beschluss stand längst fest: Um schädliche Emissionen zu reduzieren, sollte der Verbrenner allmählich von den Straßen verbannt werden. Jetzt gibt es eine überraschende Wendung.

Autobranche in der Krise ‒ jetzt steht Verbrenner-Aus auf der Kippe

Treue Fans lieben alles an ihrem Verbrenner ‒ das Brummen des Motors, den Geruch von Benzin, die Fahrkultur. Umso tiefer saß der Schock, als die EU das Verbrenner-Aus ab 2035 verkündete. Neuzulassungen sollte es ab dann nicht mehr geben. Jetzt steht der Plan jedoch wieder auf der Kippe, und zwar zur Freude der Automobilbranche. Denn diese steckt noch immer tief in der Krise. Nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wird es 2026 nicht unbedingt besser: Das Wachstum bei Neuzulassungen soll sich auf nur zwei Prozent belaufen.

Umfrage belegt: Die meisten sind gegen das Verbrenner-Verbot

Laut ARD-Deutschlandtrend ist auch die Haltung der Deutschen eindeutig. Fast 70 Prozent wollen das Verbrenner-Verbot in den EU-Mitgliedsstaaten nicht. Weil Diesel und Benziner maßgeblich zur Schadstofffreisetzung und Klimabelastung beitragen, wird über das Aus jedoch hitzig diskutiert. Der jährliche CO₂-Ausstoß in Europa beläuft sich auf beinahe 800 Millionen Tonnen. Wie die Non-Profit-Organisation Greenpeace erklärt, konnte Deutschland durch Stromer auf den Straßen innerhalb von zehn Jahren etwa 18 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Gases einsparen.

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Nun plant die EU offenbar eine Auflockerung der bisher angekündigten Änderungen. Das neue Auto-Paket sollte eigentlich bereits am 10. Dezember präsentiert werden. Nach aktuellem Stand könnte sich dieser Termin jedoch verschieben. Wahrscheinlich ist mittlerweile, dass der neue Plan ab 2035 Neuzulassungen bei Verbrennern und Hybriden unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin vorsieht. Motorisierte Fahrzeuge müssen demnach mit Electrofuels (E-Fuels) oder Biokraftstoffen betrieben werden. Sowohl Stimmen aus der Politik als auch aus der Branche in Deutschland hatten eine Überarbeitung der Pläne bereits gefordert. Wie die genauen Details aussehen, dürfte sich schon bald zeigen.

(Quellen: Bundesministerium für Wirtschaft, ADAC, Verbraucherzentrale)