Autohändler hoffen: Mehr als 1 Million E-Autokäufe prognostiziert

Die Großaufnahme eines Elektroautos, wie es gerade auflädt. Das Elektroauto ist an ein Stromkabel angeschlossen. Die Farbe des Autos ist blau und einige Wassertropfen sind zu sehen. Forscher haben nun E-Autos mit 1.000 km Reichweite entwickelt.
Symbolbild © istockphoto/PhotoLife94

Für die deutsche Autoindustrie könnte es bald wieder bergauf gehen. Denn Autohändler hoffen auf mehr E-Autokäufe – teils werden mehr als eine Million prognostiziert. Für die Automobilbranche wäre das ein Grund zum Aufatmen.

Die Mobilitätswende schiebt den Automarkt kräftig an. E-Autokäufe könnten steigen und Autohändler sind positiv gestimmt, denn es wird prognostiziert, dass bald Hunderttausende Autos mehr verkauft werden könnten.

Ein Markt im Wandel – und eine Förderung, die Erwartungen entfacht

Die anstehende Kaufprämie für Elektrofahrzeuge versetzt Deutschlands Autohäuser in Aufbruchstimmung. Noch vor dem Start rechnen Händler mit einem deutlichen Plus bei Batterieautos und Plug-in-Hybriden. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sieht in seiner neuen Prognose bis zu 180.000 zusätzliche Verkäufe – ein kräftiger Impuls für einen Markt, der zuletzt von Zurückhaltung geprägt war.

Warum dieser Schub? Die Förderung senkt den Einstiegspreis für viele Käufer und macht die Elektromobilität für private Haushalte wieder attraktiver. Schon jetzt melden Händler verstärkt Probefahrten und Reservierungen für neue Modelle. Gleichzeitig zeigt sich: Besonders reine E-Autos rücken erneut ins Zentrum der Nachfrage, nachdem sie im vergangenen Jahr stagnierende Zahlen verzeichneten. Parallel entsteht ein struktureller Wandel. Klassische Verbrenner verlieren an Anteil, während 2026 voraussichtlich rund 1,1 Millionen neue Stromer und Plug-ins zugelassen werden – darunter etwa 300.000 reine E-Autos für private Käufer.

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Elektrische Risiken – und warum E-Auto-Verkäufe trotz Boom Probleme bringen können

Hinter dem aufkommenden Optimismus verbirgt sich jedoch eine Herausforderung, die insbesondere Händler beschäftigt. Die neue Förderung drückt voraussichtlich die Restwerte von Elektrofahrzeugen weiter nach unten. Bereits heute erzielen gebrauchte Stromer niedrigere Preise als viele Verbrenner. Steigt das Neuwagenangebot durch die Prämie stark an, verlieren Gebrauchtwagen schneller an Wert. Das spüren vor allem Leasinganbieter. Sinkende Restwerte bedeuten höhere finanzielle Risiken, weil kalkulierte Endpreise schwerer zu erreichen sind.

Der ZDK hätte deshalb gern gesehen, dass die Prämie auch junge Gebrauchtwagen einbezieht. Ein solcher Schritt hätte den Markt stabilisiert und Preisabfälle abgefedert. Da die Förderung jedoch ausschließlich Neuwagen betrifft, profitieren Käufer zwar an der Ladentheke, Händler und Leasingfirmen tragen allerdings steigende Risiken. Trotz dieser Spannungen blickt die Branche vorsichtig optimistisch auf 2026: Rund 2,95 Millionen verkaufte Pkw erwartet der Verband – ein Plus von knapp vier Prozent.

(Quellen: Förderungsstelle Bundesverkehrsministerium, Elektromobilität Deutschland)