Autohandel vor dem Absturz: Insolvenzen schnellen in die Höhe

Unter einem einfachen Taschenrechner liegen unterschiedliche Euro-Scheine unter- und nebeneinander. Der Taschenrechner liegt im Vordergrund. Auf dem Display, auf dem normalerweise die Zahlen erscheinen, steht in weißen Großbuchstaben: Made in Germany.
Symbolbild © imago/Wolfilser

Die Krise der Autobranche spitzt sich weiter zu. So zeigen aktuelle Zahlen, dass der Autohandel vor dem Absturz steht. Die Anzahl der Großinsolvenzen schnellt dramatisch in die Höhe.

Große Autohersteller hatten bereits immer wieder vor einer Zuspitzung der Krise gewarnt. Und dennoch schlittert die Branche geradezu mit Volldampf hinein. Der Autohandel steht vor dem Absturz. Die aktuellen Zahlen geben weiteren Grund zu großer Besorgnis.

Rasanter Rutsch ins Tal: Autobranche kämpft ums Überleben

Die Auswertungen aus dem letzten Jahr stehen, und sie haben eines deutlich gemacht: Die Autobranche befindet sich im freien Fall. Zwar herrschen zwischen Autoherstellern und Zulieferern Abnehmerverträge. Doch diese können gleich mehrere Unternehmen in den Abgrund ziehen. So mussten zahlreiche Zuliefererbetriebe im letzten Jahr Insolvenz anmelden. Betroffen sind davon nicht nur kleinere Unternehmen, sondern auch große Betriebe. Die Autohersteller erreichten nämlich nicht die erforderlichen Zahlen und haben teilweise Verträge aufgehoben oder aber drastisch reduziert. Der Wegfall eines großen Auftrags bedeutet für viele Unternehmen das wirtschaftliche Aus. Neben den Autoherstellern und Zulieferern fällt der Blick jedoch auf eine weitere Sparte innerhalb der Automobilbranche.

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Autohandel vor dem Absturz: Händler fürchten um ihre Existenz

Auch die Autohändler fürchten um ihre Existenz. Im Vergleich zum Jahr 2024 hat sich die Situation der Autohändler im letzten Jahr nämlich deutlich verschlechtert. Die Umsatzrenditen liegen durchschnittlich bei ca. 1,1 Prozent. Experten gehen davon aus, dass man hierzulande nicht von großen Zuwächsen ausgehen kann. Dies betrifft besonders die Neuwagenhändler der großen Autohersteller. Und die Praxis bestätigt die Auswertungen. Ein deutliches Problem zeichnete sich bereits im letzten Jahr ab und setzt sich in 2026 fort.

Die Kunden halten verständlicherweise nach günstigen Fahrzeugen Ausschau, vergleichen die einzelnen Händler und schließen die Verträge bei denjenigen mit dem höchsten Rabatt ab. Hinzu kommen die Rabatte, die die Autohersteller selbst vergeben. Der Handel hat noch viele Fahrzeuge bei sich stehen und fürchtet um die Abwertung seiner Restbestände. Auch die Autobauer selbst befinden sich in Konkurrenz zueinander und haben bereits die ersten Schlachten um Rabatte begonnen. Dies schlägt sich auch auf die Autohäuser nieder.

(Quellen: Branchenverband ZDK, Marktanalysen zur Restwertentwicklung, Insolvenzstatistik der Creditreform)