Autohersteller zieht Reißleine: E-Auto-Krise kostet Milliarden

Auf dem Bild sind Spielzeugautos abgebildet, die eine Modellstraße entlang einer Spielzeugwiese entlangfahren. Ein Schild zeigt ein Auto mit Stecker und ist mit dem Schriftzug „Elektromobilität“ versehen. Es handelt sich um ein Symbolbild für Elektroautos.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Ein europäischer Autohersteller zieht überraschend die Reißleine – und das bleibt nicht ohne Folgen. Was hinter dem Fall steckt, dürfte viele Fahrer überraschen und eine bedeutende Veränderung in der E-Auto-Wende bedeuten. 

Großer Schock: Ein bekannter Konzern mit namhaften Marken im Portfolio muss die Handbremse ziehen. Betroffen ist ausgerechnet die E-Auto-Strategie. Das Unternehmen rudert zurück.

Überraschende Wende: Bekannter Autohersteller zieht Reißleine

Ambitionierte Ziele für eine „grünere Mobilität“ prägten viele Jahre die Strategie vieler Hersteller. Inzwischen ist klar: Bei den meisten läuft es nicht wie erhofft. Kunden zögern. Die Einnahmen wachsen langsamer als geplant. Investitionen und Produktionspläne müssen neu justiert werden. Wie schlecht es um die Branche steht, zeigen Entwicklungen bei den bedeutendsten Konzernen. Bei den global größten Fahrzeugherstellern hat sich die Lage nach EY-Daten im zweiten Halbjahr 2025 verschlechtert. Auch für diesen Autoriesen sieht es nicht gut aus. Kennzahlen belegen, dass die Pläne im Bereich E-Mobilität nicht aufgehen. Deshalb hat er nun eine folgenschwere Entscheidung getroffen.

Was hinter der Entscheidung steckt ‒ und welche Folgen sie hat

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Nach eigenen Angaben hat der Konzern den Hochlauf der E-Sparte überschätzt. Nun plant er wohl eine Art Neustart und will das Angebot an die tatsächliche Nachfrage anpassen. Konkret bedeutet das: Stellantis ‒ bekannt für namhafte Marken wie Opel, Fiat oder Peugeot ‒ verschiebt oder streicht geplante Projekte. Zum Paket gehört auch das Batterie-Joint-Venture „NextStar Energy“ im kanadischen Windsor. Dort haben Stellantis und LG Energy Solution eine Batteriefabrik für den nordamerikanischen Markt aufgebaut. Nun steigt Stellantis aus. LG übernimmt den Anteil in Höhe von 49 Prozent.

An der Börse zeigt sich das ganze Ausmaß. Sonderaufwendungen von knapp 22 Milliarden Euro führen Stellantis in die Verlustzone. Die Aktie ist deutlich eingebrochen ‒ der Marktwert sinkt. Ob das verschlankte Programm den Konzern wieder in ein profitables Wachstum führen kann, bleibt vorerst offen. Die Entwicklung belegt erneut, wie schwer sich der Umstieg auf die E-Mobilität gestaltet und wie stark er weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist.

(Quellen: Geschäftsberichte des Herstellers, Branchenanalysen zur Elektromobilität, Marktstudien zur E-Auto-Nachfrage)