
Dass Autos ohne Fahrer auf den Straßen unterwegs sind, ist inzwischen keine Zukunftsvision mehr. Doch die Bürger sehen die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Experten geben dazu eine erste Einschätzung ab.
Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es Autos ohne Fahrer nur in Science-Fiction-Filmen. Inzwischen ist diese Art der Fortbewegung jedoch in der Realität angekommen. Und mit ihr stellt sich die Frage, wie sicher der Straßenverkehr überhaupt noch ist.
Erste Tests absolviert: Unternehmen testet autonomes Fahren
Das Kraftfahrt-Bundesamt erteilt zunehmend Genehmigungen für spezifische autonome Nutzfahrzeuge. So wurde beispielsweise der fahrerlose Elektro-Lkw Einride eBot für den Einsatz auf öffentlichen Straßen freigegeben, allerdings unter strengen Auflagen wie einem Begleitfahrzeug und maximal 25 Kilometern pro Stunde. Internationale Unternehmen drängen auf den deutschen Markt. Die Google-Tochter Waymo bereitet Testphasen für Robotaxis in München vor, um die Technologie im städtischen Raum zu erproben. Und Großprojekte wie KIRA+ vom Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Deutschen Bahn treiben den Einsatz autonomer Shuttles voran.
Bundesländer wie Niedersachsen und das Saarland haben eine Bundesratsinitiative gestartet, um Deutschland gezielt zum Leitmarkt auszubauen. Das Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen und Investitionen in Flotten und Leitstellen finanziell stärker zu fördern. Für viele stellt sich daher nur noch die Frage, wann autonomes Fahren zu einem festen Bestandteil unseres Alltags wird.
Autos ohne Fahrer: „Die Kernfrage stellt hierbei die Sicherheit dar“
Die Sicherheit ist das zentrale Argument für das autonome Fahren, da rund 90 Prozent aller Verkehrsunfälle auf menschliches Versagen wie Ablenkung, Müdigkeit oder Alkohol zurückzuführen sind. Dennoch wirft der Übergang vom Menschen zum Computer als Fahrer komplexe Sicherheits- und Haftungsfragen auf. Autonome und automatisierte Fahrzeuge bauen im Gesamtschnitt signifikant weniger Unfälle als Menschen. Insbesondere Auffahrunfälle im fließenden Verkehr gehen durch vorausschauende Notbremsassistenten um durchschnittlich 30 Prozent zurück. Auch die Schwere der Verletzungen ist bei Software-gesteuerten Unfällen statistisch deutlich geringer.
Allerdings sind in bestimmten Szenarien menschliche Fahrer besser. Autonome Systeme tun sich bei schlechtem Wetter, in der Dämmerung sowie bei komplexen Abbiegevorgängen an unübersichtlichen Kreuzungen schwer. Während sich die Haftungsfrage in Deutschland relativ gut klären lässt, gibt es ein weiteres Sicherheitsrisiko – die digitale Angreifbarkeit. Da autonome Fahrzeuge permanent vernetzt sind, macht dies theoretisch Hackerangriffe möglich. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erarbeitet deshalb derzeit gemeinsam mit der Automobilindustrie extrem strenge Cyber-Security-Zertifizierungen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














