Bahn soll Preise für Familien senken – Minister macht jetzt Druck

Ein ICE der DB steht in einem Bahnhof. Ein Arbeiter in oranger Warnweste steht an der Spitze des Zuges und säubert mit einem Mob und Eimer, während Fahrgäste auf dem Bahndamm vorübergehen und ihm bei der Arbeit zusehen.
Symbolbild © imago/NurPhoto

Verkehrsminister Bilger macht jetzt ordentlich Druck. Dabei geht es um die Preise für Familien bei der Deutschen Bahn. Diese sorgen für massive Unzufriedenheit unter den Bürgern.

Die Ticketpreise der Deutschen Bahn belasten das Budget vieler Reisender stark. Daher fordert die Politik nun eine schnelle Kehrtwende bei den Tarifen. Besonders für gemeinsame Fahrten im Fernverkehr müssen Passagiere deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das sorgt verständlicherweise für viel Frust an den Bahnhöfen.

„Extrem ärgerlich“: Kunden beschweren sich über die Deutsche Bahn

Kunden beschweren sich über die Deutsche Bahn primär wegen mangelnder Pünktlichkeit, Zugausfällen und Kommunikation im Krisenfall. Die Unzufriedenheit der Fahrgäste hat in den letzten Jahren ein Rekordhoch erreicht. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr liegt seit Monaten oft weit unter 70 Prozent. Das bedeutet, dass sich fast jeder dritte Fernzug verspätet. Das deutsche Schienennetz gilt zudem als chronisch überlastet. Da Güterverkehr, Regionalzüge und Fernzüge sich dieselben Gleise teilen, führt eine kleine Störung oft zu einem Dominoeffekt im ganzen Land.

Um das marode Netz fit für die Zukunft zu machen, hat die Bahn eine Sanierungsoffensive gestartet. Die monatelangen Generalsanierungen wichtiger Strecken führen zu massiven Fahrplanänderungen, Schienenersatzverkehr mit Bussen und spürbar längeren Fahrzeiten. Die Kunden erleben den Zustand als „Dauerbaustelle“. Läuft etwas schief, kritisieren Kunden die Informationen. Die Anzeigen am Bahnsteig, die Durchsagen im Zug und die Daten in der Navigator-App der Deutschen Bahn stimmen in Krisensituationen häufig nicht überein. Fahrgäste fühlen sich außerdem bei verpassten Anschlusszügen oder gestrandeten Zügen auf freier Strecke oft vom Personal alleingelassen.

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Die Deutsche Bahn hatte ein beliebtes Angebot im Juni 2025 komplett abgeschafft. Bis zum Wegfall konnten Familien mit bis zu fünf Personen für einen pauschalen Festpreis von 10,40 Euro pro Strecke Plätze für die gesamte Gruppe im Fernverkehr reservieren. Seit der Streichung müssen Sitzplätze für jedes Familienmitglied einzeln bezahlt werden. Bei den aktuellen Preisen von 5,50 Euro pro Sitzplatz zahlt eine vierköpfige Familie für eine Hin- und Rückfahrt nun 44,00 Euro statt zuvor 20,80 Euro. Die Kosten haben sich damit mehr als verdoppelt.

Der Wegfall des Tarifs löste laut Bilger „zu Recht viel Unzufriedenheit“ aus. Der Gegenwind für die Bahn verschärfte sich zuletzt spürbar. Eine Online-Petition des Verkehrsclubs Deutschland zur Rettung des Familientarifs wurde von weit über 128.000 Menschen unterschrieben.
An der Spitze des Verkehrsministeriums steht mit Steffen Bilger seit Juli ein neuer Chef. Auch im Vorstand der Deutschen Bahn gab es mit Evelyn Palla als Nachfolgerin von Richard Lutz einen Wechsel. Durch diese neuen Personen in den vergangenen Monaten sieht die Politik jetzt die Chance für eine Kehrtwende.
(Quellen: BMV, DB, VCD)