Bahnprobleme verschärfen die Lage der Industrie in Deutschland

Der Blick auf einen langen Güterzug mit mehreren Waggons in den Farben blau, rot und grün. Der Zug steht auf den Schienen und fährt gerade offenbar. Im Hintergrund kann man die Sonne erkennen.
Symbolbild © istockphoto Smederevac

Die Lage der Industrie in Deutschland spitzt sich immer weiter zu. Probleme mit der Bahn verschärfen die Lage zusätzlich. Es wird immer brenzliger in der Wirtschaft und die Schäden werden immer größer.

Die Probleme auf Deutschlands Schienen verschärfen zunehmend die Lage der Industrie in der Bundesrepublik. Experten sind davon überzeugt, dass es in den kommenden Jahren sogar noch schlimmer werden kann. Dabei ist die Situation jetzt schon brenzlig.

Experten schlagen jetzt Alarm

Besonders die Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie schlägt derzeit Alarm. Baustellen, Streckensperrungen und Verspätungen im Güterverkehr sorgen dafür, dass wichtige Rohstoffe und Produkte nicht mehr zuverlässig ihr Ziel erreichen. Experten warnen inzwischen vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden, die die Lage in der Industrie zusätzlich verschärfen. Besonders dramatisch ist die Situation beim Stahlhersteller ArcelorMittal. Das Unternehmen erklärte, dass die Erzreserven am Standort Eisenhüttenstadt bereits auf einem kritischen Niveau seien. Der Grund: Wichtige Lieferungen kommen wegen der Probleme im Bahnnetz nicht rechtzeitig an. Auch die Salzgitter AG musste bereits reagieren und ihre Hochofenproduktion drosseln. Die Stahlindustrie ist wie kaum eine andere Branche auf funktionierende Schienenwege angewiesen. Fast die Hälfte aller Transportmengen wird per Bahn abgewickelt. Und wenn diese nicht rechtzeitig ankommen, verschärft sich die Lage der Industrie. Denn Produktionsabläufe geraten dadurch massiv unter Druck.

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Auch die Automobilindustrie bekommt die Folgen des Bahnchaos zu spüren. Viele Unternehmen sind gezwungen, verstärkt auf Lastwagen auszuweichen. Das verursacht jedoch mehr Kosten und erschwert die ohnehin komplexen Lieferketten. Besonders kritisch ist die Lage auch für die Chemieindustrie. Jedes Jahr transportiert man in Deutschland rund 25 Millionen Tonnen chemischer Erzeugnisse und Rohstoffe mit der Bahn. Kommen Lieferungen verspätet an, drohen Produktionsausfälle. Der Verband der Chemischen Industrie fordert deshalb dringend bessere Planung und eine höhere Priorität für den Güterverkehr, andernfalls verschärft sich die Lage der Industrie immer weiter.

Bahnverkehr ist ein einziges Chaos

Das deutsche Netz gilt seit Jahren als marode. Nach Angaben der Deutschen Bahn müssen zahlreiche Strecken in den kommenden Jahren grundlegend modernisiert werden. Während der Bauarbeiten kommt es immer wieder zu Sperrungen und Engpässen, die sich auch auf den Güterverkehr auswirken.

Dabei spielt die Schiene gerade für die Klimaziele eine wichtige Rolle. Der Güterverkehr auf der Bahn verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen als der Transport mit dem Lastwagen. Für viele Unternehmen steht deshalb fest: Die Probleme im deutschen Bahnnetz sind längst mehr als nur ein Ärgernis für Pendler, sondern sie verschärfen auch die Lage in der Industrie.

(Quellen: Welt am Sonntag, AFP, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)