Benzinmotor wohl zurück: Automarke will E-Auto-Strategie aufgeben

Der Auspuff eines Verbrenner-Autos. Offenbar ist das Fahrzeug angestellt, denn aus dem Auspuff kommt dichter Rauch heraus – die Abgase des Wagens. Man hat den Motor laufen lassen. Es könnte sich um einen Benziner oder Diesel handeln.
Symbolbild © istockphoto/Rasulovs

Zwar gilt der Umstieg auf elektrische Antriebe als Ziel, doch in der Industrie herrscht Unsicherheit über Tempo und Ausgestaltung der Strategie. Ein Hersteller will jetzt sogar den Benzinmotor wieder zurückbringen.

Die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Mobilitätswende unterscheiden sich je nach Markt deutlich. Entsprechend treiben manche Hersteller den Umstieg auf reine Elektromodelle vehement voran, während andere weiter auf Verbrenner oder kombinierte Antriebe setzen. Auch dieser Hersteller will jetzt unter Umständen zum Benzinmotor zurückkehren.

Autoindustrie gerät unter Druck

Unabhängig von der Antriebsfrage befindet sich die Automobilbranche insgesamt aktuell in einer schwierigen Phase. Steigende Produktionskosten, fragile Lieferketten und anhaltender Preisdruck belasten die Unternehmen. Hinzu kommen hohe Investitionen in neue Technologien, Softwareentwicklung und digitale Dienste, die kurzfristig kaum Erträge bringen. Gleichzeitig schwächt sich in vielen Regionen die Nachfrage ab, was sich in sinkenden Absatzzahlen widerspiegelt. Auch geopolitische Unsicherheiten und veränderte Handelsbeziehungen wirken sich auf Planung und Kalkulation aus. In diesem Umfeld müssen Hersteller effizienter arbeiten, ohne dabei an Innovationsfähigkeit zu verlieren.

Benzinmotor wieder zurück: Hersteller stellt bisherige Ausrichtung infrage

Diese Unsicherheit spiegelt sich auch bei vielen Verbrauchern wider. Zahlreiche Menschen sind unentschlossen, ob sie sich ein Elektroauto anschaffen sollen oder nicht. Einerseits überzeugen geringere Betriebskosten und der lokal emissionsfreie Antrieb. Andererseits bestehen Zweifel an der Reichweite, an der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten und am Wiederverkaufswert. Zudem schrecken die oft höheren Anschaffungskosten ab, insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Auch widersprüchliche Informationen über Förderungen und technologische Entwicklungen tragen zur Zurückhaltung bei. Deshalb verschieben viele ihre Kaufentscheidung oder greifen weiterhin auf konventionelle Fahrzeuge zurück.

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Während große Marken ihre Elektrostrategien weiterverfolgen, geraten kleinere Nischenhersteller stärker unter Druck. Bei ihnen ist der Antrieb ein wesentlicher Teil der Markenidentität, weshalb der Umstieg auf Strom größere Auswirkungen auf Wahrnehmung und Nachfrage hat. Abarth hatte seine Zukunft zuletzt klar elektrisch ausgerichtet. Inzwischen zeigen sich jedoch Probleme. Branchenberichten zufolge bleiben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück, zudem äußern treue Kunden wohl ihre Zweifel. Vor allem der Verlust des klassischen Fahrgefühls wird kritisiert. Vor diesem Hintergrund prüft der Hersteller nun, künftige Modelle nicht ausschließlich elektrisch anzubieten, sondern auch wieder auf Verbrennungsmotoren zu setzen. Eine offizielle Bestätigung von konkreten Serienmodellen mit Verbrennern oder Hybridantrieben fehlt jedoch bisher.

(Quellen: Abarth, Fiat, dpa)