Berühmter Autobauer verdoppelt nun seine Preise für Elektroautos

Der Blick fällt aus der Vogelperspektive in die große Halle eines Autobauers. Unten sieht man die Karosserien der Fahrzeuge, die auf beiden Seiten von Maschinen umgeben sind. Die Autos befinden sich auf einem Förderband. Alles scheint vollautomatisch zu gehen, denn es ist kein menschlicher Arbeiter zu sehen.
Symbolbild © istockphoto/Traimak_Ivan

Ein berühmter Autobauer steht vor seiner größten Wende und setzt alles auf eine neue Generation von Elektroautos. Doch der Neustart hat einen ziemlich bitteren Beigeschmack.

Die Zukunft ist hier elektrisch, aber gewiss nicht für jedermann. Die neuen Elektroautos des berühmten Autobauers markieren einen radikalen – und kostspieligen – Abschied von der Vergangenheit.

Vom Sportwagen-Klassiker zum Luxus-Neuling: Ein riskanter Imagewechsel

Diese britische Traditionsmarke war einst bekannt für ihre eleganten Sportwagen. Aber nun steht man hier vor einer radikalen Neuerfindung. Leider ist der angestrebte Sprung in die absolute Luxusklasse für viele Fans eine herbe Enttäuschung. Kurzum: Jaguar steckt in einer tiefen Krise. Das letzte verbliebene Modell, der SUV F-Pace, ist fast ein Jahrzehnt alt und kämpft über seine Blütezeit hinaus. Sportwagen wie der F-Type und Limousinen wie der XF sind längst Geschichte. Jetzt soll ein völlig neuer elektrischer Gran Turismo, bekannt als Type 00, die Marke ab 2026 retten. Doch die Rettung wird teuer – sehr teuer.

Jaguar hat sich vom gescheiterten Kampf gegen deutsche Premiumhersteller wie BMW und Mercedes verabschiedet. Stattdessen peilt die Marke eine neue Positionierung an: zwischen diesen etablierten Premiummarken und absoluten Luxuslabels wie Rolls-Royce. Diese neue Strategie spiegelt sich direkt im Portemonnaie der Kunden wider. Während ein Wagen des berühmten Autobauers zuletzt noch ab etwa 75.000 Euro zu haben war, beginnt die Preisschraube für die neue Ära der Elektroautos nun bei rund 150.000 Euro. Für die Launch-Edition des kommenden Type 00 sind in Großbritannien umgerechnet sogar knapp 160.000 Euro fällig. Diese drastische Preiserhöhung ist der logische Schritt aus einer gescheiterten Vergangenheit. 2019, vor Pandemie und Produktionsende, verkaufte Jaguar in den USA lediglich 31.051 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Mercedes-Benz kam hier im selben Jahr auf über 357.000 Neuzulassungen.

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Die alte Strategie, im Volumen-Premiumsegment mitzuhalten, habe „kommerziell nicht funktioniert“, räumt Jaguar-Chef Rawdon Glover indessen ein. Der neue Hoffnungsträger Type 00 soll mit über 1.000 PS, einer Reichweite von mehr als 700 Kilometern und einem markanten Design punkten.

Doch ob die treuen Fans der Marke, die einst den ikonischen E-Type feierten, für diesen radikalen Image- und Preissprung zu gewinnen sind, bleibt die große Frage. Für viele sorgt der neue Preisplan weniger für Vorfreude, sondern vor allem für Frust.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa-tmn, Herstellerangaben von Jaguar, Angaben vom Standort Gaydon)