
Eine bestimmte Gruppe erhält das Deutschlandticket nun für unter 30 Euro. Dies wirft jedoch gleich mehrere Fragen auf und zeigt deutlich, wo in Deutschland die Probleme liegen.
Seit dem 1. Januar dieses Jahres zahlt man für das Deutschlandticket 63 Euro. Eine bestimmte Gruppe zahlt jedoch für das Deutschlandticket unter 30 Euro. Viele andere Bürger fühlen sich benachteiligt.
Günstigeres Deutschlandticket: Diese Gruppen haben Anspruch
Egal, in welchem Bundesland man wohnt: Wer Anspruch auf Bürgergeld hat, bekommt auch eine Pauschale im Monat für Mobilität. Diese kann im Rahmen eines eigenen Autos anfallen oder aber durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel entstehen. Diese Vergünstigungen können auf ein regionales Ticket oder aber auf das Deutschlandticket angewandt werden.
Damit hat es sich jedoch schon mit der deutschlandweiten, einheitlichen Regelung. Denn wer beispielsweise Wohngeld bekommt, hat nicht automatisch einen Anspruch auf das vergünstigte Deutschlandticket. Das darf nämlich nach bisheriger Gesetzgebung jede Kommune selbst entscheiden. Und genau hier tut sich ein weiteres großes Problem auf, das ausgerechnet diejenigen trifft, die nur wenige Euro Einkommen zu viel haben.
Deutschlandticket für unter 30 Euro: Deutsche Großstadt macht es vor
In Hamburg beispielsweise bekommen alle Senioren, die 67 Jahre und älter sind und ihren Wohnsitz in Hamburg haben, das Deutschlandticket für 49 Euro. Wer noch Anspruch auf den Sozialrabatt der Stadt hat, erhält das Ticket für gerade einmal 27,50 Euro. Hamburg finanziert die Differenz für die Anspruchsberechtigten aus dem stadteigenen Haushalt. Auch in anderen Städten hat dieses Beispiel bereits die Runde gemacht und dazu geführt, dass beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern die Rentner ebenfalls einen günstigeren Preis von 44 Euro zahlen. Und das ganz ohne Einkommensnachweis.
In allen anderen Bundesländern müssen die Rentner zusehen, wie sie zurechtkommen. Denn es herrschen ganz unterschiedliche Regelungen, bei denen wohl die meisten keinen Durchblick haben. Wer jedoch einen Grundsicherungsbescheid hat, sollte seine Möglichkeiten prüfen, so Experten. Denn dieser sorgt in der Regel dafür, dass man Anspruch auf ein vergünstigtes Ticket hat. Alle anderen, die auch nur einige wenige Euro zu viel verdienen, um Grundsicherung im Alter zu erhalten, müssen bislang den vollen Preis bezahlen. Fachleute sind sich einig: Das ist eine Katastrophe und lässt diejenigen im Stich, die zu viel für staatliche Leistungen haben, aber zu wenig, um anständig leben zu können.
(Quellen: Paritätischer Gesamtverband, DIW, BMAS, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














