Betrugsverdacht: Deutschlandticket wird tausendfach gefälscht

Ein Zug der Deutschen Bahn steht in einem Bahnhof. Es ist ein ICE, der am Bahnsteig wartet. Auf dem Zug steht in großen roten Buchstaben "DB".
Symbolbild © istockphoto/Boarding1Now

Seit der Einführung vor etwas mehr als zwei Jahren nutzen Millionen Bürger das Deutschlandticket. Doch inzwischen sind die Zahlen rückläufig. Das liegt auch daran, dass Fälschungen im Umlauf sind.

Vor zwei Jahren war es der Hoffnungsträger Personennahverkehr: Das Deutschlandticket. Doch gab es lange Zeit enorme Sicherheitslücken, die es Fälschern leicht machen, das Ticket zu fälschen und ihren Nutzen daraus zu ziehen.

Deutschlandticket nicht so erfolgreich wie gedacht

Mit der Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 jubelten die Menschen der Bundesrepublik. Tram, Bus und Bahn – das Deutschlandticket ist für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Regional- und Nahverkehr nutzbar. Das bedeutet: günstiges Reisen quer durch das ganze Land – wenn man genügend Zeit mitbringt. Für Fahrten mit IC und ICE benötigt man eine eigene Extrafahrkarte. Genau das könnte einer der Knackpunkte sein, warum immer weniger Fahrgäste das Deutschlandticket nutzen. Hinzu kommt der steigende Preis. Ursprünglich noch für 49 Euro erhältlich, kostet das Ticket derzeit 58 Euro und ab dem kommenden Jahr sogar 63 Euro. Da kommt ein Schnäppchen doch gelegen. Doch bieten offizielle Verkaufsstellen dahingehend gar keine Rabatte an – immerhin ist das Deutschlandticket bereits eine günstige Art zu reisen.

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Deutschlandticket: Tausende Fälschungen im Umlauf

Kriminelle haben so jedoch leichtes Spiel und können sich mit gefälschten Tickets ein goldenes Näschen verdienen. Schätzungen zufolge belaufen sich die Einbußen der Verkehrsbetriebe allein im Zeitraum von Januar bis Oktober 2024 auf etwa 267 Millionen Euro. Inzwischen dürfte der entstandene Gesamtschaden bei rund einer halben Milliarde Euro liegen. Insbesondere bei den digitalen Tickets haben Sicherheitsforscher entdeckt, dass sogenannte Kryptoschlüssel gestohlen, mehrfach kopiert und so gleichzeitig von mehreren Personen genutzt wurden. Obwohl etwaige Sicherheitslücken und deren Missbrauch bereits seit Anfang 2024 bekannt waren, passierte lange nichts – wegen Urlaub und Krankheit des verantwortlichen Mitarbeiters und Personalmangels, hieß es in der Begründung der DTVG.

Gefälschte Tickets, manipulierte Verkaufszahlen und Rückbuchungen bei Zahlungsvorgängen gehören ebenso zum erschreckendes Ausmaß der Betrugsmaschen. Erst im Mai dieses Jahres einigten sich die Verkehrsunternehmen schließlich auf verbindliche Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören verpflichtende Kontoverifizierung beim Ticketkauf, zentrale Sperrlisten, sowie verbesserte Sicherheitsmechanismen für digitale Tickets. Seit dem 1. Oktober dürften nur noch Deutschlandtickets im Umlauf sein, die die neuen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Noch wurde dieses Ziel jedoch nicht erfüllt.

(Quellen: Deutsche Bahn, Polizeiticker, dpa)