Billige Folgen: E-Autos aus China werden zum Albtraum für Fahrer

Viele kleine weiße chinesische Billig-E-Autos stehen in einer Halle in einer Reihe. Die elektrischen Neuwagen zählen zu den günstigsten überhaupt.
Symbolbild © imago/VCG

Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, sollte man auf der Hut sein. Dies trifft wohl auch auf E-Autos aus China zu, die für die Fahrer nun zum Albtraum werden. Damit hatte zunächst keiner gerechnet.

Fahrer von bestimmten E-Autos aus China erleben einen echten Albtraum, denn für sie hat das anfängliche Angebot nun einen bitteren Beigeschmack bekommen. Es häufen sich die Probleme, die wohl nicht so schnell gelöst werden.

Selbst der ADAC ist begeistert: E-Autos aus China überzeugen auf ganzer Linie

Als der U5 vom chinesischen Autobauer Aiways im März 2019 erstmals in Europa vorgestellt wurde, überschlugen sich die Menschen vor Begeisterung. Auch der ADAC zeigte sich für das E-Auto voll des Lobes. Nicht nur, weil es mit technischen Daten überzeugen konnte, sondern auch, weil es im Vergleich zu anderen E-Autos günstig war. Diejenigen, die den U5 kauften, bezahlten nach Abzügen wie Rabatten und Förderungen im Durchschnitt etwa 32.000 Euro. Da die Konkurrenz bei einem vergleichbaren Modell etwa doppelt so teuer war, freuten sich viele darauf, nun endlich ein E-Fahrzeug kaufen zu können, das bezahlbar und alltagstauglich war. Einzig der Satz in der ADAC-Bewertung „Es stellt sich die Frage, ob Aiways auch langfristig überzeugen kann“ konnte man damals bereits als eine Art Omen ansehen.

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E-Autos aus China werden zum Albtraum: „Die Probleme fangen gerade erst richtig an“

So berichten immer mehr Menschen im Internet, dass sie inzwischen enttäuscht von Aiways sind. Am Fahrzeug selbst liegt es dabei wohl eher nicht, denn dieses hält seine technischen Versprechen durchaus. Was Probleme bereitet, ist die schlechte Erreichbarkeit des Kundenservice. Weder per E-Mail noch telefonisch ist dieser erreichbar. Am Anfang stellte sich die Situation noch anders dar.

Inzwischen warten Kunden Wochen, Monate und einige sogar schon seit einem Jahr auf ein Ersatzteil für ihr Fahrzeug. ATU ist Werkstattpartner von Aiways und tut für die Kunden, was möglich ist. Da der Autohersteller auf keinerlei Anfragen reagiert, brodelt unterdessen die Gerüchteküche gewaltig. So soll sich das Unternehmen zurückgezogen haben und seine Fahrzeuge nur noch in China anbieten. Auch von finanziellen Schwierigkeiten ist die Rede. Nichtsdestotrotz halten die U5-Käufer an ihrer Einschätzung fest: Das Fahrzeug eignet sich für Langstrecken und ist auch im Alltag vollkommen zuverlässig. Nur am Kundenservice und an den langen Wartezeiten für Ersatzteile sollte sich ihrer Meinung nach schnell etwas ändern.

(Quellen: Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)