
Für die meisten Menschen ist ein E-Auto vor allem ein Fortbewegungsmittel. Doch in der Energiewelt wächst die Hoffnung, dass Millionen Fahrzeuge künftig eine zusätzliche Aufgabe übernehmen könnten. Statt lediglich Strom zu verbrauchen, sollen sie zeitweise selbst zu kleinen Energiespeichern werden und damit sogar Einnahmen ermöglichen.
Geld verdienen beim Laden des E-Autos? Was skurril klingt, könnte schon bald Realität werden. Zumindest prophezeien dies derzeit Experten in der Branche.
E-Auto Laden: Stromspeicher können Geld verdienen
Geld verdienen durch das Aufladen des E-Auto-Akkus – möglich macht das eine Technologie, die in der Fachwelt als bidirektionales Laden bekannt ist. Dabei fließt Strom nicht nur in den Akku hinein, sondern bei Bedarf auch wieder heraus. Das E-Auto kann beim Laden überschüssige Energie speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Genau darin sehen Energieunternehmen und Netzbetreiber großes Potenzial.
Mit dem Ausbau von Solar- und Windenergie schwankt die Stromerzeugung stärker als früher. An sonnigen oder windreichen Tagen entsteht teilweise mehr Strom, als unmittelbar benötigt wird. Zu anderen Zeiten steigt die Nachfrage deutlich an. Elektroautos könnten künftig helfen, diese Schwankungen auszugleichen. Für Fahrzeughalter eröffnet sich dadurch eine interessante Perspektive. Wer sein Auto an eine geeignete Ladeinfrastruktur anschließt und an entsprechenden Programmen teilnimmt, könnte für die Bereitstellung von Speicherkapazität vergütet werden. In verschiedenen Modellrechnungen sind von mehreren Hundert Euro pro Jahr die Rede. Unter besonders günstigen Voraussetzungen sind sogar deutlich höhere Beträge möglich.
Bidirektional: E-Auto übernimmt neue Aufgaben beim Laden
Experten gehen davon aus, dass die Bedeutung der Technologie in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird. Mit jeder neuen Fahrzeuggeneration wächst die Zahl der Modelle, die für bidirektionales Laden vorbereitet sind. Gleichzeitig arbeiten Energieversorger und Netzbetreiber an Konzepten, um die Akkus von Elektrofahrzeugen stärker in das Stromsystem einzubinden. Für viele Autofahrer könnte sich damit die Rolle des eigenen Fahrzeugs verändern. Statt nur Strom zu beziehen, würde das Auto aktiv Teil der Energieversorgung werden.
Die Batterie dient dann nicht mehr ausschließlich dem Fahren, sondern auch als flexibler Speicher für das Stromnetz. Noch handelt es sich vor allem um einen Zukunftsmarkt. Doch die Entwicklung zeigt, dass Elektroautos künftig weit mehr sein könnten als ein Ersatz für den klassischen Verbrenner. Sie könnten zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden – und ihren Besitzern gleichzeitig zusätzliche Einnahmen ermöglichen.
(Quellen: Bundesnetzagentur, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Fachberichte zu Vehicle-to-Grid und bidirektionalem Laden)














