Bußgeld-Gefahr auf der Autobahn: Neue Kontrolltechnik kommt

Das Foto einer dicht befahrenen Autobahn. Mehrere Fahrzeuge stauen sich hintereinander auf. Vereinzelt sind Lkws dazwischen. Im Hintergrund erkennt man eine große Stadt.
Symbolbild © istockphoto/buzbuzzer

In den nächsten Wochen beginnt auf einer deutschen Autobahn eine neue Ära der Verkehrskontrolle. Dafür muss die Strecke sogar mehrfach komplett gesperrt werden. Hintergrund ist der Einbau einer modernen Kontrollanlage, die bestimmte Fahrzeuge künftig während der Fahrt überwachen soll.

Auf einer deutschen Autobahn steht eine umfassende Umstellung der Verkehrskontrolle bevor – inklusive eines neuen Systems, das Fahrzeuge künftig während der Fahrt überwachen soll.

Stark beanspruchte Straße und Brücken: Zu viele Verstöße gemeldet

Im Mittelpunkt der Neuerung steht eine sogenannte „Weigh-in-Motion“-Anlage. Diese misst das Gewicht von Lastwagen, ohne dass diese anhalten müssen. Sensoren in der Fahrbahn erfassen die Belastung der Fahrzeuge während der Fahrt. Gleichzeitig dokumentieren Kameras die Durchfahrt und erfassen die Kennzeichen. Stellt das System Auffälligkeiten fest, können die betroffenen Fahrzeuge gezielt kontrolliert werden.

Hintergrund dieser Maßnahme ist ein ernstes Problem. Viele Brücken in Deutschland gelten als stark beansprucht. Besonders schwere Lastwagen sorgen für zusätzlichen Verschleiß. Auf einigen Bauwerken gelten deshalb bereits spezielle Gewichtsbeschränkungen. Dennoch stellen Behörden immer wieder Verstöße fest. Genau hier soll die neue Technik ansetzen.

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Zum Schutz setzen Behörden auf schärfere Strafen und Bußgelder

Die Kontrollanlage legt den Fokus auf die Wiehltalbrücke auf der A4. Das Bauwerk zählt zu den wichtigsten Brücken im Fernverkehr. Folglich fahren täglich Tausenden Fahrzeugen auf dieser Straße. Um die Technik einzubauen, ist eine vollständige Sperrung der Autobahn an mehreren Terminen notwendig. Die Autobahn GmbH bittet die Verkehrsteilnehmer daher um Verständnis und empfiehlt, die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen.

Für Autofahrer ändert sich zunächst wenig. Die neue Technik richtet sich vor allem an den Schwerlastverkehr. Trotzdem zeigt das Projekt, wie stark die Digitalisierung inzwischen auch auf deutschen Autobahnen Einzug hält. Verkehrsverstöße sollen künftig schneller erkannt und gezielter verfolgt werden. Die Behörden betonen jedoch, dass es dabei nicht in erster Linie um zusätzliche Bußgelder geht. Im Vordergrund steht der Schutz der Infrastruktur. Denn überladene Lastwagen können Brücken und Straßen erheblich stärker belasten als vorgesehen. Gerade bei älteren Bauwerken spielt das eine wichtige Rolle. Die neue Anlage gilt deshalb als Pilotprojekt mit Signalwirkung.

(Quellen: Autobahn GmbH des Bundes, Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Verkehrsbehörden, dpa)