
Wie so viele in der Autoindustrie hat die Krise auch Daimler Truck getroffen. Um das Unternehmen auf Kurs zu halten, wurden auch hier Maßnahmen getroffen. Eine davon schafft sogar neue Arbeitsplätze.
Sinkende Absatzzahlen, insolvente Zulieferer und immer höhere Ausgaben – viele Autohersteller sehen sich schon seit geraumer Zeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Einer begegnet diesen mit einem klugen Schachzug.
Daimler Truck baut aus, statt sich zu verkleinern
Seit der Gründung vor 130 Jahren ist Daimler Truck heute einer der weltweit größten Hersteller von Lkw und Bussen mit über 35 Hauptstandorten und rund 100.000 Beschäftigten. Zur Daimler Truck Holding AG (DTAG) gehören auch Nutzfahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Freightliner oder Western Star. Neben seinem deutschen Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen, Baden-Württemberg) ist das weltweit größte Lastwagen-Montagewerk von Daimler in Wörth am Rhein. Und doch kommt das Werk allmählich an seine Grenzen.
Zuletzt hatte das Unternehmen einen massiven Gewinneinbruch zu verzeichnen, was zur Folge hatte, dass die alljährliche Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter deutlich schrumpfte. Weiterhin erlegte sich das Unternehmen im vergangenen Jahr selbst einen Sparkurs auf, der bis 2027 gefahren werden soll. Dazu gehört unter anderem auch, die Produktionskosten zu senken. Während sich viele Unternehmen aufgrund dessen verkleinern, expandiert der Lkw- und Bushersteller.
Daimler Truck schafft 1.000 neue Arbeitsplätze
Eine der Sparmaßnahmen will Daimler Truck nun umsetzen – jedoch nicht in Deutschland. Um die Ausgaben möglichst gering zu halten, soll in der Stadt Cheb an der tschechisch-bayerischen Grenze, ein neuer Montagestandort entstehen. Durch die niedrigeren Kosten im Nachbarland will der Konzern wettbewerbsfähig bleiben, wie die Verantwortlichen mitteilten. Weiterhin wolle man das Werk in Wörth durch die Auslagerung entlasten.
Dies soll erhalten bleiben und weiterhin das Herzstück der Produktion sein. Jedoch komme das Werk an seine Kapazitätsgrenzen und benötige dringend „Luft zum Atmen“. Mit steigender Komplexität und der Vielfalt der Fahrzeuge stoße man Wörth inzwischen permanent an seine Grenzen – auch in räumlicher Hinsicht. Um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern, soll ein Teil der Fertigung ab 2027 in Tschechien stattfinden. Damit bleiben nicht nur die hiesigen Arbeitsplätze bei der Daimler Truck Holding AG erhalten, es kommen rund 1.000 neue hinzu.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Daimler Truck)














