
Deutsche Autobauer bekennen sich weiterhin klar zur Elektromobilität, auch wenn der Wandel langsamer und komplexer verläuft als zunächst erwartet. Ein deutscher Autobauer macht allerdings nun Kehrtwende beim E-Auto-Vertrieb.
Auch wenn Elektroautos langfristig als zentrale Säule gelten, werden Verbrenner und Hybridmodelle vorerst weiterproduziert. Branchenexperten sprechen daher weniger von einer Abkehr, sondern von einer Phase der Neujustierung. Die Elektromobilität bleibt weiterhin ein erklärtes Ziel.
E-Auto-Vertrieb auf dem Prüfstand
Beim Vertrieb von Elektroautos zeigt sich ein Strategiewechsel. Einige Hersteller hatten versucht, den Verkauf stärker zu zentralisieren und Fahrzeuge direkt oder über sogenannte Agenturmodelle anzubieten. Dabei wurden Preise vom Hersteller festgelegt, Händler traten vor allem als Vermittler auf. In der Praxis stieß dieses Modell jedoch auf Widerstände im Handel. Inzwischen kehren mehrere Autobauer wieder zum klassischen Händlervertrieb zurück. Autohäuser übernehmen dabei erneut Preisgestaltung, Lagerhaltung und Verkaufsrisiken. In der Bevölkerung ist die Haltung zu Elektroautos ambivalent. Zwar wächst das Interesse, doch die breite Akzeptanz bleibt begrenzt.
Kehrtwende beim E-Auto-Vertrieb: Deutscher Autobauer rudert zurück
Viele potenzielle Käufer nennen hohe Anschaffungskosten, unsichere Förderbedingungen und eine unzureichende Ladeinfrastruktur als zentrale Hürden. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass steigende Reichweiten, sinkende Betriebskosten und Umweltaspekte zunehmend überzeugen. Besonders in Städten gewinnen E-Autos an Attraktivität, während im ländlichen Raum Skepsis überwiegt. Der Gebrauchtwagenmarkt spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die künftige Verbreitung. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird, allerdings schrittweise und abhängig von politischen Rahmenbedingungen.
Volkswagen vollzieht allerdings eine Kehrtwende in seiner Vertriebsstrategie und setzt künftig wieder auf bewährte Strukturen. Der Konzern beendet in Europa den Direktverkauf von Elektroautos und überträgt den Verkauf erneut vollständig an sein Händlernetz. Damit verabschiedet sich VW vom sogenannten Agenturmodell, das seit 2020 für E-Fahrzeuge galt. In diesem System wurden die Verkaufspreise zentral vom Hersteller festgelegt, während Autohäuser lediglich als Vermittler fungierten und eine feste Provision erhielten. Ursprünglich hatte Volkswagen geplant, dieses Modell schrittweise auch auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auszuweiten. Diese Pläne werden nun nicht weiterverfolgt.
(Quellen: Volkswagen, dpa)














