Deutscher Autobauer stellt auf Verbrenner um – „Verkaufsschlager“

In einer großen Werkhalle mit Maschinen bauen mehrere Arbeiter einen Motor in die Karosserie eines Autos der Marke Ford ein. Die Mechaniker tragen typische blaue Arbeitskleidung, das Auto steht auf einer Hebebühne. Zahlreiche Einzelteile und Werkzeuge sind zu sehen.
Symbolbild © imago/Friedrich Stark

Diese Meldung sollte Autofans in Deutschland überraschen. Denn ein deutscher Autobauer stellt nun doch auf Verbrenner um und ganz unerwartet, aber wohl zur Freude der Chefetage und aller Arbeiter, entpuppte sich das ganze als Verkaufsschlager.

Ein deutscher Autobauer überrascht mit einem mutigen Doppel-Kurs, der nicht nur die Märkte spaltet, sondern dem Konzern einen entscheidenden Vorteil bringt, denn es geht um den Verbrenner und um seine Bedeutung für das Unternehmen.

Die Spur führt nach Fernost – und weg vom Elektro-Zwang

Während viele Hersteller ihre komplette Energie in die Elektromobilität lenken, fährt VW plötzlich eine andere Taktik – und genau die sorgt aktuell für Aufsehen. Anstatt sich wie viele andere dem chinesischen Preiskrieg bei E-Autos zu unterwerfen, setzt der Konzern dort wieder auf klassische Verbrennungsmotoren. In einer Zeit, in der Elektromodelle dort fast ein Drittel an Nachfrage einbüßen, sorgt dieser Schritt für steigende Verkaufszahlen. Mit einem Plus von 2,8 Prozent in China konnte VW im zweiten Quartal 2025 sogar zulegen – gegen den Branchentrend.

Das zeigt nicht nur Mut zur Differenzierung, sondern auch ein feines Gespür für regionale Marktlogiken. Denn während Städte wie Shanghai bereits weitgehend auf Strom setzen, sieht es in weiten Teilen des Landes ganz anders aus. Dort fehlt es vielerorts noch immer an zuverlässigen Lademöglichkeiten – der Verbrenner bleibt dort alltagsrelevant. Spannend ist auch: In einem der wachstumsstärksten Märkte Südostasiens, Vietnam, nimmt VW gerade mit Benzinmodellen Fahrt auf. Experten vermuten, dass die Rückbesinnung auf Altbewährtes VW kurzfristig sogar profitabler machen könnte als so manchem reinen E-Auto-Anbieter.

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Autobauer, Verbrenner und Europas wachsender E-Hunger

Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, was dieser Kurs in der Gesamtstrategie bedeutet. Während VW in China auf Kraftstoff setzt, erlebt der Konzern in Europa einen regelrechten Elektro-Frühling. Im ersten Halbjahr 2025 explodierten die Bestellungen für batterieelektrische Fahrzeuge förmlich – mit einem Plus von über 70 Prozent in Westeuropa. Fast jeder fünfte Neuwagen bei VW fährt hier inzwischen voll elektrisch.

Weltweit konnte der Konzern bereits 465.500 Stromer ausliefern – rund 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Inmitten einer eher zögerlichen globalen Nachfrage positioniert sich VW damit als einer der wenigen Player, die sowohl beim Wandel mitziehen als auch dort anpassen, wo andere scheitern. Der doppelte Antrieb, im wörtlichen wie auch strategischen Sinne, zahlt sich also aus – wirtschaftlich und imagewirksam.