
Die deutsche Automobilindustrie gerät zunehmend unter Druck. Viele Unternehmen reagieren bereits mit Sparprogrammen, Standortverlagerungen und Stellenabbau. Auch an diesem Werk eines Autozulieferers wurde die Produktion gestoppt.
Die deutsche Autoindustrie steht vor einer spürbaren Belastungsprobe, die sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen könnte. Viele Hersteller und Zulieferer spüren schwächere Absätze und steigende Produktionskosten. Auch diesen Autozulieferer hat es hart getroffen – die Produktion am Stammsitz wurde gestoppt.
E-Auto-Umbruch setzt Zulieferer unter Druck
Besonders der Übergang zur Elektromobilität zwingt Unternehmen in der Automobilbranche dazu, ihre bisherigen Geschäftsmodelle zu überdenken und neue Technologien schnell zu integrieren. Dadurch entstehen Unsicherheiten in der Planung. Mehrere Faktoren treiben diese Entwicklung voran. Zum einen sinkt die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten, während gleichzeitig Hersteller aus Asien ihre Marktposition ausbauen. Zum anderen kostet der Umbau auf neue Antriebstechnologien viel Geld, ohne dass kurzfristig stabile Gewinne entstehen. Viele Zulieferer kämpfen zusätzlich mit geringeren Margen und starkem Preisdruck durch große Autobauer. Gleichzeitig erhöhen Lieferkettenprobleme und steigende Lohnkosten die Unsicherheit.
Werk von Autozulieferer steht vor dem Aus: „Zu groß geworden“
Für Beschäftigte bedeutet diese Entwicklung eine wachsende Unsicherheit im Arbeitsalltag. Viele Unternehmen reagieren mit Sparmaßnahmen, reduzieren Investitionen oder bauen Stellen ab. In einigen Betrieben wechseln Mitarbeitende in Kurzarbeit oder müssen sich auf neue Aufgabenfelder einstellen. Gleichzeitig entstehen Sorgen um langfristige Beschäftigungsperspektiven, besonders in Regionen, die stark von der Automobilindustrie abhängen. Gewerkschaften fordern deshalb frühzeitige Lösungen, um Entlassungen zu vermeiden und Weiterbildung zu stärken.
Ein Beispiel zeigt die Lage besonders deutlich: Die Auto-Kabel-Gruppe mit Sitz in Hausen im Wiesental im Kreis Lörrach geriet in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck. Der Automobilzulieferer meldete 2024 Insolvenz an und wurde anschließend von der Voltaira Group übernommen. Seitdem läuft das Unternehmen unter dem Namen One Mobility Autokabel GmbH. Zum Ende des Jahres 2025 wurde die Produktion am Stammsitz in Hausen im Wiesental eingestellt und rund 240 Mitarbeiter erhielten eine sozialverträgliche Lösung über eine Beschäftigungsgesellschaft bis Juni 2026. Darüber hinaus mussten deutschlandweit an anderen Standorten des Unternehmens 50 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Auf lange Sicht wird der Standort in Hausen im Wiesental aufgegeben, da er zu groß geworden ist. Das Unternehmen sucht aktuell nach einer kleineren Alternative. Die Fusion mit Voltaira sorgt jedoch dafür, dass das Unternehmen in Baden-Württemberg erhalten bleibt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, One Mobility Autokabel GmbH)














