Deutschland plant völlig neue Haltestelle – Busse halten direkt an Autobahn

Das Foto einer dicht befahrenen Autobahn. Mehrere Fahrzeuge stauen sich hintereinander auf. Vereinzelt sind Lkws dazwischen. Im Hintergrund erkennt man eine große Stadt.
Symbolbild © istockphoto/buzbuzzer

Diese neue Haltestelle, die ein Landkreis in Deutschland plant, gibt es bislang noch in keiner anderen Region. Damit gibt es Busse, die direkt an der Autobahn halten. 

Völlig neue Möglichkeiten für den ÖPNV könnten sich ergeben, wenn diese neue Haltestelle in Deutschland tatsächlch an der Autobahn gebaut wird. Die Fahrgäste könnten so auch andere Routen nutzen, womit das Busfahren attraktiver werden würde.

Sieht man nur in Ausnahmefällen: Busse auf Autobahnen

Auf deutschen Autobahnen teilen sich im Wesentlichen drei Kategorien von Bussen die Fahrspuren. Das mit Abstand dominierende Bild prägen dabei die privaten Fernlinienbusse, gefolgt von Reisebussen im Gelegenheitsverkehr und regionalen Schnellbussen. Damit ist auch schnell klar, wer diese Busse vorwiegend nutzt. Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes im Jahr 2013 sind Fernlinienbusse fest im deutschen Fernverkehr etabliert. Sie verbindet Großstädte und touristische Regionen.

Reisebusse fahren keinen festen Linientakt, sondern werden individuell für bestimmte Anlässe gebucht oder von Reiseveranstaltern eingesetzt. In vielen Bundesländern nutzen auch normale Linienbusse des öffentlichen Nahverkehrs Teilstrecken der Autobahnen, um ländliche Regionen an die nächstgrößere Stadt anzubinden. Diese Busse tragen oft Bezeichnungen wie X-Bus, Expressbus oder Sprinterbus.

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Deutschland plant völlig neue Haltestelle: Busse sollen direkt an der Autobahn halten

Klassische Fern- oder Regionalbusse müssen die Autobahn bisher komplett verlassen, Ampeln und Kreuzungen im örtlichen Straßennetz passieren und sich durch den Lokalverkehr quälen, um Fahrgäste in Autobahnnähe einsammeln zu können. Die geplante Station in Allershausen soll eigene Zu- und Abfahrten direkt zur A9 erhalten. Busse scheren von der Autobahn aus, steuern die Haltestelle an, lassen Fahrgäste ein- und aussteigen und fädeln sich sofort wieder in den fließenden Verkehr auf der A9 ein.

Die Station soll jedoch weit mehr als ein Wartehäuschen am Asphaltrand sein. Man plant einen modernen Knotenpunkt, der die ländliche Region ohne Schienennetz an die großen Zentren anbindet. Berufspender profitieren von Park-and-Ride-Plätzen. Zudem gibt es Anbindungen an Fahrradschnellwege und gesicherte Fahrradstellplätze sowie integrierte Carsharing-Stationen. Allerdings sieht das geltende Autobahnrecht solche Haltestellen mit eigenen Zu- und Abfahrten nicht vor. Deshalb muss man erst rechtliche Rahmenbedingungen anpassen.

(Quellen: Landkreis Freising, ADAC Stiftung, Fraunhofer-Institut)