
Deutschlands Bahn ist am Limit – und wie ernst die Lage tatsächlich ist, zeigen interne Warnpapiere, sinkende Kapazitäten und eine Infrastruktur, die vielerorts kurz vor dem Zusammenbruch steht.
Alarmstufe Rot auf Deutschlands Schienen: Ein internes Papier zeichnet ein erschreckendes Bild – doch das ganze Ausmaß der Krise zeigt sich erst auf den zweiten Blick.
Anstrengend: Bahnverkehr im Dauerstress
Deutschland droht eine Bahn-Katastrophe – und nun liegt ein Papier vor, das endgültig zeigt, wie dramatisch es wirklich um das deutsche Streckennetz steht. Jahrzehntelange Versäumnisse, politische Versprechen ohne Taten und eine Infrastruktur, die vielerorts kurz vor dem Zusammenbruch steht – das System Bahn schlingert Richtung Notfallmodus.
Der Verband der Bahnindustrie (VDB) schlägt dabei ungewöhnlich laut Alarm. In dem internen Bericht ist die Rede vom größten Sanierungsstau der Geschichte. Brisant: Selbst der Verband weiß offenbar nicht mehr genau, wie schlimm die Lage wirklich ist. Die Datenlage sei unzureichend, die Realität kaum abgebildet. Doch was man weiß, ist schlimm genug: Tausende Kilometer Oberleitung sind veraltet, viele stehen kurz vor dem Ende ihrer technischen Lebensdauer. Ohne sofortige Instandhaltung drohen „sicherheitskritische Situationen des Eisenbahnbetriebs“, warnen die Experten. 22.000 Gleiskilometer müssen in den nächsten zwanzig Jahren erneuert werden. Ein gigantisches Pensum, dem die Baukapazitäten nicht einmal im Ansatz gewachsen sind.
28.000 Baustellen – und eine Taskforce gegen die Zeit
Die Folgen der verrottenden Infrastruktur sind schon heute spürbar. Wenn Oberleitungen altern, müssen Züge langsamer fahren. Störungen nehmen zu, Ausfälle häufen sich. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr: gerade einmal 51,5 Prozent. Gleichzeitig steckt die Oberleitungsbau-Branche selbst im Stau: Laut VDB sei sie zu 100 Prozent ausgelastet, teilweise sogar im unfreiwilligen Leerlauf, weil die Deutsche Bahn Projekte kurzfristig stoppt. Auch die Politik glänzt mit Ankündigungen statt Taten. Während das deutsche Straßennetz munter wächst, lahmt der Schienenausbau. Von den zugesagten Projekten des Bundesverkehrswegeplans 2030 sind achtzig Prozent nicht einmal im Bau. Die Zielmarke von 65 Prozent elektrifizierten Strecken bis 2025: offiziell nicht mehr haltbar. Die Folge: Auch das große Ziel der Klimaneutralität der Bahn bis 2040 wackelt.
Wegen der massiven Krise wurde nun die Taskforce „Zuverlässige Bahn“ gegründet. Vertreter von Bund, DB und Behörden sollen bis Ostern 2026 eine Lösung liefern. Doch der Zeitdruck ist enorm: Allein 2026 rechnet die Bahn mit 28.000 Baustellen – 2.000 mehr als in diesem Jahr.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Bundesnetzagentur, VDB)














