
Neben der Grundsicherung erhalten Bürgergeld-Bezieher auch anderweitig finanzielle Unterstützung vom Staat. Doch das Deutschlandticket könnte bald den Mobilitätszuschuss ersetzen. Gegen den Vorschlag hagelt es jetzt Kritik von vielen Seiten.
Seit Jahren kritisieren Sozialverbände immer wieder, dass sich viele Menschen das Deutschlandticket nicht leisten können. Während die einen Vergünstigungen fordern, kommt von anderer Seite ein Gegenvorschlag.
Bürgergeld-Bezieher: Deutschlandticket statt Geld
Im Vergleich zu den Monatskarten der meisten regionalen Verkehrsverbünde ist das Deutschlandticket selbst mit 63 Euro noch ein wahres Schnäppchen. Dennoch können viele Menschen auch diesen Betrag nicht ohne Weiteres aufbringen. Das hat zur Folge, dass viele Wege zu Fuß oder per Fahrrad erledigt werden. Sicherlich gibt es jedoch auch ausreichend Schwarzfahrer. Um dem zumindest unter den Bürgergeld-Beziehern entgegenzuwirken, hat die CDU-Fraktion im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) einen neuerlichen Vorschlag geäußert.
Demzufolge sollen alle Bürgergeld-Empfänger künftig automatisch ein Deutschlandticket erhalten. Klingt soweit erstmal nicht verkehrt. Dafür soll jedoch die Mobilitätspauschale von rund 50 Euro wegfallen, die bislang im Bürgergeld enthalten ist. Für manche Menschen, die täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind, kann dies durchaus von Vorteil sein. Immerhin kostet das Deutschlandticket mittlerweile 63 Euro – also etwa 13 Euro mehr, als im Bürgergeld dafür vorgesehen ist. Zudem soll mit den höheren Einnahmen durch das Deutschlandticket der Verkehrsnetzausbau weiter finanziert werden.
Kritik: Sachleistung statt Geld ist nicht für alle vorteilhaft
Vor allem Sozialverbände sehen diesen Vorschlag in mehrerer Hinsicht als äußerst bedenklich an. Zum einen nutzt nicht jeder Bürgergeld-Bezieher regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel – weil es schlicht nicht notwendig ist oder aber weil die Anbindungen und die Barrierefreiheit zu wünschen übrig lassen. Den Betroffenen fehlen demnach 50 Euro im Monat und das für eine Leistung, die sie gar nicht nutzen. Andere Stimmen prangern an, dass den Beziehern damit vorgeschrieben wird, wofür sie ihr Geld ausgeben.
Jene, die das Geld lieber in notwendige Lebensmittel oder Kleidung investieren, hätten somit das Nachsehen. Auch impliziere der Vorschlag, dass alle Bürgergeld-Bezieher, die den Mobilitätszuschuss anderweitig ausgeben, schwarzfahren. Dies sei unfair und herabwürdigend. Selbst die Bundesagentur für Arbeit betont, dass die Verwendung dieser Summe freigestellt ist. Obendrein gibt es im VRR für wirklich Interessierte bereits das Deutschlandticket Sozial für 53 Euro.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














