Deutschlandticket unter Druck: ÖPNV warnt vor größtem Kollaps

Zahlreiche Menschen stehen dicht aneinandergereiht auf einem überfüllten Zuggleis. Rechts im Hintergrund drängen sich viele Fahrgäste in einen Zug der Deutschen Bahn.
Symbolbild © imago/imagebroker

Während sich die Bürger über einen höheren Preis für das Deutschlandticket aufregen, gerät dieses zunehmend unter Druck. Nun warnt auch der ÖPNV vor einem bevorstehenden Kollaps.

Mit 63 Euro bezahlen die Menschen inzwischen ein Vielfaches des ehemals unter dem Namen bekannten 9-Euro-Tickets. Nun gerät das Deutschlandticket jedoch weiterhin unter Druck und mit ihm die Initiatoren. Auch der ÖPNV warnt nun vor dem größten Kollaps.

Deutschlandticket soll noch teurer werden: Formel ersetzt zukünftig politische Entscheidung

Monate lang haben die einzelnen Parteien miteinander gerungen, um sich endlich auf einen Preis für das Deutschlandticket zu einigen. Bislang hat dies für den Bürger immer nur eine Richtung bedeutet: Er musste für das Ticket, das einst nur schlappe neun Euro kostete, inzwischen ein Vielfaches bezahlen. Mit Beginn dieses Jahres stieg der Preis nun auf 63 Euro an, und viele fragten sich, auf wieviele Euro er nach monatelangem Hangeln in der Politik dann steigen werde.

Inzwischen ist die Frage geklärt: Das Deutschlandticket soll den Bürgern hierzulande bis wenigstens 2030 erhalten bleiben. Die Diskussion um die Preissteigerung ist jedoch hinfällig geworden. Denn man hat sich auf eine Formel geeinigt, die grundlegende Änderungen in der Wirtschaft berücksichtigt und somit den Preis festlegt. Ohne Diskussionen. Ohne Kräftemessen. Doch nun gerät das Deutschlandticket wieder unter Druck.

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ÖPNV warnt vor größtem Kollaps: „Könnte das Ende bedeuten“

Vielerorts ersetzt das Deutschlandticket die Angebote der regionalen Verkehrsunternehmen. Denn es ist günstiger als viele Tickets und ermöglicht zudem eine Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln deutschlandweit und nicht nur beschränkt auf eine Stadt oder Region. Dementsprechend hat der ÖPNV seine Preise und Tarifoptionen angepasst, um weiterhin für die Kunden attraktiv zu bleiben. Diesem Vorhaben jedoch wird nun ein Strich durch die Rechnung gemacht, und es könnte sogar das Deutschlandticket ins Wanken bringen.

Schuld an der Misere sind die enorm gestiegenen Preise für Diesel. Bei vielen Verkehrsunternehmen hat der Posten Spritausgaben um 27,2 Prozent zugelegt. Da die Unternehmen aufgrund des Tankrabatts nur 11 Cent pro Liter entlastet werden und Privatpersonen mit 17 Cent, sehen die Betriebe ihr Angebot für die Kunden in Gefahr. Man könne immer weniger Linien und Verkehrsmittel bedienen, wenn dies so bliebe. Wird jedoch der Regionalverkehr ebenfalls eingeschränkt, verliert das Deutschlandticket an Bedeutung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen)