Deutschlandticket wird zur Falle – Bahnfahrer sollen doppelt zahlen

Die Hand einer nicht zu erkennenden Person hält eine Karte mit der Aufschrift "Deutschlandticket" in der Hand. Auf der Karte steht der neue Preis von 58 Euro und das Jahr 2025. Im Hintergrund sieht man einen Bahnsteig und einen haltenden Zug. Der Bahnsteig ist überfüllt von einer großen Menschenmenge.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Mobilität in Deutschland ist schon immer ein viel und rege diskutiertes Thema gewesen. Das Deutschlandticket könnte aber nun zur Falle werden, denn Bahnfahrer sollen wohl unter bestimmten Bedingungen gleichermaßen doppelt zahlen.

Das Deutschlandticket bleibt und man will es sogar günstiger gestalten, doch bei einem verpassten Anschluss kann eine überraschende Regel Reisende teuer zu stehen kommen. Bahnfahrer, Deutschlandticket-Nutzer, zahlen dann unter bestimmten Bedingungen mehr, als eigentlich vorgesehen.

Ein günstiges Ticket kann am Ende für Ärger sorgen

Das Deutschlandticket erleichtert viele Fahrten durch Deutschland. Wer allerdings eine längere Reise mit Regionalzug und ICE kombiniert, sollte genauer hinschauen. Denn rechtlich behandelt die Bahn diese beiden Fahrscheine nicht als eine einzige Reise. Das kann hauptsächlich dann zum Problem werden, wenn ein verspäteter Regionalzug den Anschluss an einen Fernzug platzen lässt. Dann greifen die üblichen Regeln für eine durchgehende Fahrkarte nicht automatisch. Viele Reisende nutzen das Deutschlandticket für die erste Strecke und kaufen für den Hauptteil der Fahrt zusätzlich einen ICE‑Fahrschein. Die Kombination ist grundsätzlich erlaubt. Die Bahn betrachtet die beiden Tickets jedoch als zwei getrennte Beförderungsverträge.

Genau hier liegt das Risiko. Verpasst jemand wegen einer Verspätung im Nahverkehr den gebuchten Fernzug, hebt das die Zugbindung des ICE-Tickets prinzipiell nicht auf. Ein Wechsel auf den nächsten Fernverkehrszug ist dann nicht automatisch möglich. Bei einer durchgehenden Fahrkarte sieht die Situation anders aus. Dann gelten die Fahrgastrechte für die komplette gebuchte Verbindung. Bei einer erheblichen Verspätung können Reisende unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung verlangen oder ihre Reise anders fortsetzen. Für Pendler und Urlaubsreisende lohnt sich deshalb ein kurzer Check vor der Buchung.

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Deutschlandticket und ICE: Hier kann es tatsächlich doppelt teuer werden

Kommt ein Deutschlandticket-Nutzer im Nahverkehr mindestens 60 Minuten zu spät am Ziel an, sieht die Bahn grundsätzlich eine Entschädigung von 1,50 Euro pro Fall vor. Beträge unter vier Euro zahlt sie wegen der gesetzlichen Bagatellgrenze zunächst nicht aus. Mehrere Fälle lassen sich allerdings sammeln. Insgesamt sind höchstens 25 Prozent des Deutschlandticket-Wertes vorgesehen. Das Deutschlandticket gilt außerdem nicht im ICE, IC oder EC, was wichtig zu beachten ist. Wer also wegen einer Verspätung spontan einen Fernverkehrszug nehmen möchte, benötigt grundsätzlich ein separates Ticket. Denn die Erstattung dieses zusätzlichen Fahrscheins kommt nur in bestimmten Ausnahmefällen infrage.

Eine dieser Ausnahmen betrifft die letzte Verbindung des Tages. Auch bei einer planmäßigen Ankunft zwischen Mitternacht und 5 Uhr kann eine mindestens einstündige Verspätung besondere Rechte auslösen. Unter den entsprechenden Voraussetzungen erstattet das Bahnunternehmen ein selbst gekauftes Fernverkehrsticket bis zu 120 Euro. Der wohl wichtigste Spartipp lautet deshalb: Bei Reisen mit Anschluss auf einen ICE nicht allein auf den günstigen Preis achten.

(Quellen: DB)