
Millionen Autofahrer können aufatmen: Italien verschiebt geplante Beschränkungen für Euro-5-Diesel erneut. Das Fahrverbot ist somit vorerst gestoppt. Betroffen sind vor allem mehrere Regionen im Norden des Landes.
Euro-5-Diesel galten zunächst als sauberer, gerieten später jedoch wegen hoher Stickoxidwerte in die Kritik. Deshalb beschränken viele europäische Städte inzwischen die Zufahrt älterer Diesel. Auch Italien wollte die Regeln für diese Fahrzeuge deutlich verschärfen.
EU-Grenzwerte überschritten: Italien verschärfte Regeln für Euro-5-Diesel
Der Europäische Gerichtshof stellte bereits Verstöße Italiens gegen EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid fest. Italien reagierte darauf mit strengeren Luftreinhalteplänen für Piemont, Lombardei, Venetien und Emilia-Romagna. Zu diesen Maßnahmen gehörten auch Einschränkungen für Euro-5-Diesel. Ursprünglich sollte die Regel schon 2025 greifen, anschließend verlegte die Regierung den Termin auf Oktober 2026 und konzentrierte die Vorgaben vor allem auf Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.
Fahrverbot vorerst gestoppt: Italien verschiebt Diesel-Beschränkungen
Ein einheitliches Euro-5-Fahrverbot gibt es in Europa nicht. Deutschland überlässt viele Einschränkungen den Städten: In Teilen Stuttgarts dürfen beispielsweise Diesel der Abgasnorm Euro 5 und schlechter bereits seit 2020 nicht mehr regulär fahren. Zugleich schaffen zahlreiche deutsche Kommunen Umweltzonen inzwischen wieder ab, weil die derzeitigen Luftgrenzwerte vielerorts eingehalten werden. Frankreich nutzt dagegen sein Crit’Air-System und beschränkt in mehreren Großräumen ältere Fahrzeugklassen. Spanien verpflichtet größere Städte grundsätzlich zur Einrichtung von Umweltzonen, doch die Kommunen legen konkrete Zufahrtsregeln und Ausnahmen selbst fest.
Die europäischen Staaten verfolgen sehr unterschiedliche Wege, um die Luftbelastung durch den Straßenverkehr zu senken. Wie streng die Regeln ausfallen, hängt dabei stark von der jeweiligen Luftqualität ab. Italien verschiebt die Einschränkungen nun um ein weiteres Jahr. Seit einem Ende September 2026 veröffentlichten Dekret steht der 1. Oktober 2027 als neuer Termin fest. Damit bleiben Euro-5-Diesel in den betroffenen norditalienischen Regionen vorerst von den geplanten Vorgaben ausgenommen. Die Regierung verweist dabei auf die Auswirkungen der Regeln auf Bevölkerung und Wirtschaft. Allein in den betroffenen Gebieten sind nach Angaben des Verkehrsministeriums mehr als 1,2 Millionen Euro-5-Diesel-Pkw und etwa 200.000 entsprechende Nutzfahrzeuge unterwegs.
(Quellen: Italienische Regierung, regionale Behörden, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














