Drama in Deutschland: Zug rast in Auto – Vater und Sohn sterben

An einer Landstraße irgendwo in Deutschland ist ein Zug verunglückt. Man sieht die Unfallstelle, Einsatzkräfte und Polizisten sowie den roten Regionalzug selbst, wie er steht, und daneben Autos der Behörden, die die Szenerie überwachen.
Symbolbild © imago/Andy Bünning

Bei einem tragischen Unfall mit einem Zug kamen ein Vater und sein Sohn ums Leben. Die Ursache ist noch unklar. Schock und Trauer sitzen bei Angehörigen und Betroffenen tief.

Zwar verzeichnet Deutschland nicht ganz so viele Verkehrstote wie andere Länder, doch es gibt sie – leider auch nicht wenige. Nur ereignete sich kürzlich ein Drama, bei dem ein Zug in das Auto eines Vaters und seines Sohnes raste.

Das tragische Ende einer harmlosen Autofahrt

Es ist früher Nachmittag in Bad Zwischenahn, als sich am Bahnübergang Kayhauserfeld eine Szene abspielt, die in ihrer Alltäglichkeit zunächst niemanden aufschrecken würde: Ein Auto hält vor der geschlossenen Schranke. Der Fahrer, ein 49-Jähriger, und sein zwölfjähriger Sohn steigen offenbar kurz aus. Laut ersten Erkenntnissen rollte der Wagen unbemerkt rückwärts unter dem Schlagbaum durch. Ein aus Norddeich kommender Regionalexpress erfasst das Auto mit voller Geschwindigkeit. Trotz Notbremsung schleift der Zug das Fahrzeug mehrere Hundert Meter über die Schienen. Für Vater und Sohn gibt es keine Rettung mehr, denn die Feuerwehr konnte nur noch ihre Leichen im Wrack bergen.

Auch für die rund 240 Passagiere im Zug verändert sich an diesem Tag alles. Zwei erleiden leichte Verletzungen, der Lokführer steht unter Schock. Im nahegelegenen Feuerwehrhaus versorgen Einsatzkräfte die Reisenden mit Getränken und Gesprächen. Notfallseelsorger sind vor Ort. Für viele endet die Fahrt mit Tränen statt Ziel. Dabei ist die Lage vor Ort kein Einzelfall: In Deutschland gibt es noch rund 15.000 Bahnübergänge – ein Drittel davon ist nur teilgesichert, oft mit Halbschranken oder lediglich Lichtsignalen. Laut Eisenbahn-Bundesamt ereignen sich an Bahnübergängen jährlich rund 160 Unfälle – viele davon mit tödlichem Ausgang.

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Wie ein Automatikauto zur tödlichen Gefahr wurde

Erst im Nachhinein ergibt sich ein schockierendes Bild vom genauen Ablauf: Die Schranke funktionierte, sie war geschlossen. Doch des automatisch geschaltete Auto rollte offenbar rückwärts, weil es ohne Gang und ohne Handbremse abgestellt wurde – ein seltener, aber nicht unmöglicher Vorfall. Fahrzeuge mit Automatikgetriebe können unter bestimmten Umständen sogar bei abgeschaltetem Motor leicht ins Rollen geraten, vor allem auf leichtem Gefälle.

Die Polizei prüft nun, ob es sich um technisches oder menschliches Versagen handelt. Auch Dashcam-Material von Zug und Auto sowie Zeugen sollen Aufschluss über das Drama geben. Eine Einheit der Feuerwehr lieferte Luftaufnahmen, um die Spurenlage zu sichern und den Hergang des Unfalls minutiös zu rekonstruieren. Die Bahnstrecke blieb bis zum frühen Mittwochmorgen komplett gesperrt. Fernverkehrszüge musste man weiträumig umleiten und Busse ersetzten den Nahverkehr auf Teilstrecken.