Durchbruch: E-Auto mit 1500 km Reichweite soll auf Markt kommen

Ein Mann tankt und lädt gerade ein E-Auto mithilfe einer elektrischen Zapfsäule, einer Ladestelle auf. Er hält den Ladeschlauch in das Auto, damit die Batterie für mehr Reichweite voll aufgeladen wird.
Symbolbild © imago/Rupert Oberhäuser

Wenn es klappt, wäre das wohl der größte Durchbruch für die Elektromobilität seit langem: Ein E-Auto mit 1.500 Kilometern Reichweite soll auf den Markt kommen – von welchem Hersteller, überrascht Branchenexperten sehr.

Elektromobilität ist weiter auf dem Vormarsch, auch wenn viele Menschen in Deutschland immer noch eher auf den Verbrenner setzen. Doch nun könnte sich das ändern, denn es soll ein E-Auto mit einer unglaublichen Reichweite von 1.500 Kilometern auf den Markt kommen.

Strom wird neu gedacht – und das ist erst der Anfang

In Chinas Megastädten testet BYD derzeit etwas, das sich wie in einem Zukunftsroman liest: Elektroautos, die kaum noch anhalten müssen. Hinter verschlossenen Türen, fernab westlicher Scheinwerfer, rollt eine neue Batterie-Generation an – eine, die die Regeln des Marktes neu schreiben könnte. Statt flüssiger Bestandteile nutzt BYD sogenannte Festkörperzellen. Das ist eine Technologie, über die man bisher mehr sprach, als dass man sie fuhr. Diese Batterien bestehen aus festen, keramischen Materialien und trotzen dabei Kälte, Hitze und mechanischer Belastung. Erste Prototypen liefen sogar unter Extrembedingungen stabil – etwa bei minus 40 oder plus 120 Grad Celsius.

BYD tüftelt bereits seit über einem Jahrzehnt an ersten funktionalen Großzellen, sogenannten 20Ah- und 60Ah-Typen (Pilotphase 2024). Das Ziel ist klar: Sicherheit erhöhen, Gewicht senken, Ladezeiten verkürzen. Noch kaum bemerkt vom internationalen Publikum, könnten diese Entwicklungen nicht nur Autos effizienter, sondern auch neue Märkte erschließbar machen – von leichten Zügen bis hin zu Werkzeugen und Drohnen. Und das große Finale steht noch bevor.

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Im zweiten Teil der Geschichte wird aus Technik eine Strategie: BYD plant die Serienproduktion dieser neuartigen Akkus für 2027, die Massenfertigung ab 2030. Besonders brisant: Der Preis soll mit heutigen Lithium-Ionen-Akkus mithalten können. Selbst Kleinwagen unter 25.000 Euro – wie der Seagull – könnten schon bald davon profitieren. Eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern und Ladezeiten von nur zwölf Minuten (auf 80 Prozent) stellen konventionelle Modelle in den Schatten.

Mit rund 400 Wattstunden pro Kilogramm erreichen BYDs Batterien etwa doppelt so viel Energiedichte wie aktuelle Lösungen – ein Sprung, der das Verhältnis zwischen Leistung, Preis und Effizienz neu justiert. Während westliche Hersteller noch an Prototypen tüfteln, hat BYD längst funktionierende Fahrzeuge auf der Straße. In Europa könnte ein entscheidender Engpass entstehen – nicht bei der Technik, sondern bei der Ladeinfrastruktur. Ohne Schnellladepunkte mit mindestens 350 kW verpufft selbst die beste Batterie. Wer hier nicht aufrüstet, bleibt zurück – egal, wie weit sein Auto theoretisch fahren könnte.