
Nach der neuen Kaufprämie deutet sich bereits der nächste Zuschuss für E-Auto-Fahrer an: Auch gebrauchte Stromer könnten bald gefördert werden und den Markt kräftig ankurbeln.
Es rumort im Umweltministerium: Nach der neuen Kaufprämie für E-Neuwagen deutet sich der nächste Förder-Hammer an – dieses Mal mit Fokus auf den Gebrauchtmarkt.
Prämie für Gebrauchte? Ministerium prüft Details
Nach der frisch beschlossenen Förderung für neue Elektroautos und Plug-in-Hybride prüft die Bundesregierung offenbar schon den nächsten Schritt. Denn erstmals könnte es bald auch staatliche Zuschüsse für gebrauchte E-Autos geben. Offiziell bestätigt ist noch nichts, doch aus dem Bundesumweltministerium heißt es, man arbeite an entsprechenden Regelungen.
Im Ministerium möchte man sicherstellen, dass eine mögliche Prämie am Ende wirklich bei den Käufern landet. Denn bei Gebrauchtwagen besteht die Gefahr, dass Händler oder private Verkäufer die Preise einfach anheben und der Zuschuss verpufft. Auch bei den Einkommensgrenzen dürfte es kompliziert werden. Es sollen voraussichtlich andere Einkommensgrenzen als bei der neuen Förderung für Neuwagen gelten. Wie hoch die Prämie ausfallen könnte oder wann sie startet, bleibt offen.
Große Hoffnungen – und die Frage nach dem Nutzen
Bereits beschlossen ist dagegen die neue Prämie für E-Neuwagen und Plug-in-Hybride. Mindestens 3.000 Euro Zuschuss gibt es für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen, bis zu 5.000 Euro sind möglich. Die Einkommensgrenze von 80.000 Euro pro Jahr schließt viele Deutsche ausdrücklich ein. Doch die entscheidende Frage bleibt: Lohnt sich ein E-Auto überhaupt? Nach Einschätzung des ADAC Sachsen kommt es stark darauf an, wo geladen und wie das Auto genutzt wird. Wer günstigen Strom zu Hause bezieht oder sogar eine eigene Solaranlage hat, kann im Vergleich zum Verbrenner sparen. Für Vielfahrer mit langen Strecken bleibt das E-Auto trotz steigender Reichweiten jedoch eine Herausforderung. Besonders teuer wird es für alle, die auf öffentliche Ladesäulen angewiesen sind – dort liegen die Strompreise deutlich höher.
Für 2026 rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit rund 693.000 neuen reinen Elektroautos, etwa 30 Prozent mehr als 2025. Zusammen mit erwarteten 286.000 neuen Plug-in-Hybriden käme der Markt auf knapp eine Million Fahrzeuge. Voraussetzung dafür sei allerdings die Umsetzung der staatlichen Förderung. Auch die Produktion zieht an: Rund 1,76 Millionen Elektrofahrzeuge sollen 2026 in Deutschland gebaut werden. Das würde den Standort zum zweitgrößten E-Auto-Produzenten weltweit machen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Statistisches Bundesamt, Bundesumweltministerium)














