E-Auto reparieren lassen: Besitzer bekommt Schock bei Rechnung

Ein roter Tesla steht auf zwei Schienen in einer Werkstatt. Das Elektroauto soll wohl repariert werden oder die Angestellten sollen eine Hauptuntersuchung vornehmen.
Symbolbild © imago/MiS

Auch ein Stromer muss mal in die Werkstatt, doch kann man dort leider für fast dieselbe Arbeit nicht die gleiche Rechnung wie beim Verbrenner erwarten. Das E-Auto reparieren zu lassen, kann viel kosten.

Hohe Werkstattkosten bei Stromern trotz vermeintlich einfacher Technik: Das lässt viele Autofahrer aufhorchen. Denn die Entwicklung zeigt, das eigene E-Auto reparieren zu lassen kann für Besitzer in Deutschland am Ende sehr teuer werden.

Wenn aus Routine ein Kostenfaktor wird

Ein Mercedes-Fahrer bringt sein Elektroauto zur Vertragswerkstatt, um die Garantiebedingungen einzuhalten. Statt einer routinemäßigen Durchsicht erhält er jedoch eine Rechnung von fast 574 Euro. Besonders ärgerlich sind die Preise für einfache Arbeiten wie Sichtkontrollen oder das Wechseln der Bremsflüssigkeit – Aufgaben, die in freien Werkstätten oft nur einen Bruchteil kosten.

Viele Fahrer stehen vor demselben Problem: Sie könnten sparen, wenn sie unabhängige Werkstätten oder Eigenleistung nutzen, riskieren dabei jedoch den Verlust der Garantie. Hersteller knüpfen ihre Bedingungen häufig sehr streng an Vertragsbetriebe, was ein Druckmittel, das zur Kostenfalle wird, sein kann. Auch Besitzer von Skoda, BMW oder Audi berichten von dreistelligen Rechnungen für Standardarbeiten. Dabei versprechen E-Autos eigentlich Entlastung: Weniger bewegliche Teile, kein Ölwechsel und weniger Verschleiß dank Bremsenergierückgewinnung. Studien sprechen von durchschnittlich 35 Prozent geringeren Unterhaltskosten gegenüber Verbrennern.

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Hohe Werkstattpreise und wo Chancen liegen

Gerade bei großen Marken wie Mercedes, BMW oder Audi schnellen die Kosten schnell in die Höhe. Teure Stundensätze und Pauschalen für einfache Routinearbeiten treiben die Summen. Besonders kostenintensiv sind Reparaturen an Batterie und Ladetechnik: Kabelbäume oder Ersatzteile können bis zu 7.000 Euro verschlingen. Andere Hersteller zeigen, dass es auch anders geht. Tesla setzt auf Wartung „bei Bedarf“ und verzichtet auf starre Jahresintervalle. Fahrer zahlen nur dann, wenn wirklich Verschleißteile betroffen sind. Auch Marken wie Nissan oder Kia bieten vergleichsweise günstige Inspektionen, sofern keine großen Teile ausgetauscht werden müssen.

Verbraucher können sich schützen, indem sie schon vor dem Kauf die Inspektionskosten der jeweiligen Marke prüfen. Wer freie Werkstätten nutzen möchte, sollte gezielt nach Betrieben suchen, die auf Elektroautos spezialisiert sind und von den Herstellern anerkannt werden. Oft lassen sich einfache Arbeiten wie Bremsflüssigkeitswechsel dort wesentlich günstiger erledigen. Rechnungen und Arbeitsprotokolle sorgfältig aufzubewahren, kann sich ebenfalls lohnen. So lassen sich im Garantiefall Nachweise erbringen, falls der Hersteller Ansprüche anzweifelt. Wer zudem die Preislisten vergleicht, entdeckt mitunter große Unterschiede selbst innerhalb derselben Marke.