E-Auto-Vorteil fällt weg – Beamte müssen künftig draufzahlen

Mehrere schick wirkende, neue E-Autos stehen aufgereiht aun E-Ladesäulen und laden ihren Akku auf um schnell weiterfahren zu können.
Symbolbild © imago/Anadolu Agency

Durch die Mobilitätswende haben viele Menschen in Deutschland Gefallen an Stromern gefunden. Auch verbeamtete Personen. Nun müssten Beamte aber, weil ein großer Vorteil beim E-Auto verschwinden soll, wohl bald draufzahlen auf ihr Fahrvergnügen.

Ein Bundesland zieht jetzt den ersten radikalen Schlussstrich und streicht das beliebte E-Auto-Extra im öffentlichen Dienst. Für alle Beschäftigten im bayerischen Innenressort endet damit das kostenlose Strom-Laden an vielen Behörden von heute auf morgen, was garantiert für heftige Diskussionen sorgt.

Ein kleines Extra bei Stromern ist plötzlich ein großer Kostenpunkt

Elektroautos sollen eigentlich den Umstieg auf klimafreundlichere Mobilität erleichtern. Dazu gehören auch Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz. In Bayern war das für Beschäftigte des Freistaats bislang besonders attraktiv: An bestimmten Behörden konnten private E-Autos und Plug-in-Hybride kostenlos geladen werden. Doch was einst als kleiner Anreiz gedacht war, entwickelt sich zunehmend zu einem spürbaren Kostenfaktor. Die Dimension hat sich dabei innerhalb weniger Jahre stark verändert.

Die Möglichkeit zum kostenlosen Laden geht auf eine Regelung aus dem Jahr 2017 zurück. Damals war Elektromobilität im Alltag noch deutlich weniger verbreitet. Entsprechend gering fielen die Kosten aus. Das Innenministerium rechnete zunächst mit ungefähr 25.000 Euro pro Jahr. Inzwischen stehen deutlich mehr Elektrofahrzeuge auf Bayerns Straßen. Gleichzeitig haben sich die Strompreise verändert. Für Beschäftigte bedeutet das: Ein kostenloser Ladeplatz kann einen relevanten finanziellen Vorteil darstellen. Wer sein Fahrzeug regelmäßig dort lädt, sollte solche Einsparungen bei den persönlichen Mobilitätskosten berücksichtigen.

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Im Geschäftsbereich des bayerischen Innenministeriums sollen private Fahrzeuge künftig nicht mehr kostenlos an den Behörden-Ladesäulen Strom beziehen können. Betroffen sind dabei nicht nur Beamte, sondern Beschäftigte des öffentlichen Dienstes insgesamt. Der entscheidende Grund ist die Kostenexplosion: Für 2025 werden laut den vorliegenden Angaben rund eine Million Euro an Stromkosten genannt. Aus den ursprünglich kalkulierten 25.000 Euro ist damit ein vielfach größerer Haushaltsposten geworden.

Die Ladepunkte selbst müssen deshalb nicht verschwinden. Eine kostenpflichtige Nutzung wäre denkbar. Als mögliche Lösung steht unter anderem eine Pauschale von 25 Euro im Monat im Raum. Allerdings sind viele vorhandene Anlagen nicht für eine unkomplizierte Einzelabrechnung ausgelegt. Für normale Arbeitnehmer bleibt die Situation unverändert: Unternehmen können das private Laden weiterhin steuerbegünstigt anbieten. Nach Angaben der IHK gilt die entsprechende Steuerregelung derzeit bis Ende 2030.

(Quellen: Bayerisches Finanzministerium, Bayerische Staatsregierung)