E-Autos verlieren Rückhalt: Nächster Konzern zieht die Reißleine

Ein grün-weißer Parkplatz steht leer und zeigt eine Zeichnung eines E-Autos mit einem Ladeanschluss. Das signalisiert, dass der Parkplatz für Stromer, also E-Fahrzeuge, reserviert ist, die hier aufladen können.
Symbolbild © imago/ Waldmüller

Vor wenigen Jahren galten Elektroautos noch als die Zukunft der Unternehmensflotten. Immer mehr Firmen kündigten an, ihre Fahrzeuge nach und nach auf emissionsfreie Antriebe umzustellen. Nun zieht jedoch der nächste deutsche Konzern die Reißleine und will gegensteuern.

Viele Unternehmen setzten zuletzt auf Elektroautos und sahen sich als Vorreiter der Mobilitätswende. Doch der Enthusiasmus für E-Autos schwindet zunehmend. Auch dieser Konzern passt nun seine Strategie an.

Nächster Konzern passt E-Auto-Strategie an

Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem Lidl und Kaufland gehören, richtet ihre Dienstwagenpolitik neu aus. Das Unternehmen wird bis auf Weiteres keine neuen vollelektrischen Pkw für den eigenen Fuhrpark bestellen. Als Grund nennt die Unternehmensgruppe die derzeit unsichere Entwicklung des Automobilmarkts sowie veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Nach Angaben der Schwarz-Gruppe handelt es sich dabei um eine vorübergehende Entscheidung. Die Marktlage werde fortlaufend beobachtet, sodass bei einer Stabilisierung wieder Anpassungen möglich seien. Unverändert halte das Unternehmen daran fest, Fahrzeuge deutscher Hersteller für den Fuhrpark zu beschaffen.

Branchenexperten sehen neben den veränderten Rahmenbedingungen außerdem einen weiteren entscheidenden Faktor: Viele Elektroautos verlieren aktuell deutlich schneller an Wert als noch vor wenigen Jahren erwartet. Gerade große Unternehmen achten bei ihrer Fahrzeugflotte nicht nur auf die Anschaffungskosten, sondern auch auf den späteren Wiederverkaufswert. Sinkende Restwerte können die Gesamtkosten erheblich erhöhen und wirtschaftliche Planungen durcheinanderbringen.

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Fahrzeugflotten ausbauen – Konzern muss Anpassungen vornehmen bei E-Autos

Hinzu kommt, dass viele Unternehmen ihre Fahrzeugflotten regelmäßig erneuern. Wer die Fahrzeuge kauft und nach einigen Jahren wieder verkauft, trägt das Risiko eines möglichen Wertverlustes selbst. Genau dieser Punkt spielt bei der aktuellen Entwicklung des E-Auto-Marktes eine immer größere Rolle. Während sich Technik und Reichweiten kontinuierlich verbessern, sinken bei zahlreichen gebrauchten Elektroautos die Verkaufspreise schneller als erwartet. Das erschwert die Kalkulation für große Flottenbetreiber.

Die Entscheidung der Schwarz-Gruppe bedeutet allerdings nicht das Ende ihrer Elektromobilitätsstrategie. Das Unternehmen investiert weiterhin in den Ausbau der Ladeinfrastruktur und hält an seinen langfristigen Nachhaltigkeitszielen fest. Es geht vielmehr um eine Anpassung bei den aktuellen Fahrzeugbestellungen. Der Konzern will die weitere Entwicklung des Marktes zunächst beobachten, bevor erneut vollelektrische Dienstwagen angeschafft werden.

(Quellen: Schwarz-Gruppe, Kaufland, Business Insider Deutschland)