Elektro-Experiment gescheitert: Polizei muss die E-Autos streichen

Ein Polizeiauto mit elektrischem Antrieb steht mitten auf einer Kreuzung auf der Fahrbahn. Im Hintergrund sieht man einen Polizisten, der die Absperrung überwacht. Absperrungen auf bestimmten Abschnitten der Fahrbahn weisen darauf hin, dass die Autofahrer bestimmte Spuren nicht mehr befahren können.
Symbolbild © imago/Hanno Bode

Bitter, aber nach diesem Ausgang unvermeidlich: Die Polizei muss die E-Autos streichen, das Elektro-Experiment gilt als endgültig gescheitert. Dennoch will man die Hoffnung auf eine elektrische Zukunft nicht aufgeben.

Eine große Idee steckte hinter diesem Experiment, das bei erfolgreichem Abschluss wegweisend für die Zukunft hätte sein können. Doch nun muss die Polizei die E-Autos streichen, denn das Elektro-Experiment ist gescheitert.

Mehr E-Autos auf die Straßen: Auch die Behörden sollen mitziehen

Die Zukunft liegt in der E-Mobilität. Das sehen viele Länder dieser Welt so und arbeiten darauf hin, dass genau diese Vision Wirklichkeit wird. Viele Bürger sträuben sich jedoch noch, denn sie vertrauen lieber auf ihren alten, liebgewonnenen Verbrenner. Was schafft da mehr Zuversicht, als dass die Behörden und andere staatliche Stellen auf E-Autos setzen? Angestellte der Stadt nutzen E-Autos, die Busse fahren mit Batterie-Antrieb, und auch Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei könnten doch auch die neue Technik umsteigen. In einem Nachbarland wollte die Polizei genau dies umsetzen und muss die E-Autos nun streichen. Das Experiment erreichte nicht den gewünschten Ausgang.

Polizei muss die E-Autos streichen: „So absolut ungeeignet“

In Österreich lief ein Jahr lang das Projekt E-Autos bei der Polizei. Zu diesem Zweck setzten die Behörden 22 Modelle der Typen VW ID.3 und ID.4 und einen Porsche Taycan ein. Die Beamten testeten die Fahrzeuge in ihrem alltäglichen Dienst auf Herz und Nieren und mussten schon bei ihrer Ausrüstung den ersten Minuspunkt setzen. Diese passte nämlich gar nicht in den Kofferraum und musste sogar teilweise auf der Rückbank gelagert werden – im Polizeieinsatz einfach inakzeptabel. Zudem hatten die Beamten Schwierigkeiten beim Bedienen des Touchscreens.

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In der Praxis zeigte sich außerdem, dass die Fahrzeuge für Verfolgungsjagden absolut ungeeignet waren. Bei einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern drosselte das Fahrzeug diese automatisch. Zudem reichte eine Akku-Ladung nicht für eine komplette Schicht aus. Die Polizisten mussten auf ein anderes Fahrzeug umsteigen. Lediglich als zusätzlicher Streifenwagen seien diese Fahrzeuge geeignet. Aufgrund des mangelhaften Testausgangs zieht die österreichische Regierung nun einen Schlussstrich und beendet das Experiment mit dem Ende dieses Jahres. Man sei jedoch optmistisch. Da die Technik heutzutage sehr schnell voranschreite, könnte es vielleicht in Zukunft eine Lösung geben, mit der E-Autos auch in den Polizeieinsätzen ihren festen Platz finden könnten.

(Quellen: Kurier, Bundesministerium für Inneres Österreich, dpa)