EU-Plan wackelt komplett: Mehrheit lehnt Verbrenner-Verbot ab

Eine Fotomontage mit einem durchgestrichenen Auto im Hintergrund. Davor ein blaues EU-Schild mit gelben Sternen. Im Vordergrund ein weiteres Schild mit einem durchgestrichenen Auto und dem Wort "Verbrennermotoren".
Symbolbild © imago/Christian Ohde

Der ehrgeizige EU-Plan steht zunehmend auf der Kippe, da eine Mehrheit der Europäer das geplante Verbrenner-Verbot ablehnt. Eines der wichtigsten Klimaprojekte der Europäischen Union gerät dadurch ernsthaft in Gefahr.

Der große EU-Plan wackelt immer heftiger. Denn die Mehrheit der Menschen in Europa lehnt das geplante Verbrenner-Verbot ab. Damit gerät eines der zentralen Klimaprojekte der Europäischen Union gehörig ins Wanken.

Verbrenner-Verbot: Menschen sprechen sich dagegen aus

Die Diskussionen um das Verbrenner-Verbot werden immer hitziger. Laut einer aktuellen Umfrage unter rund 6.700 Menschen in mehreren EU-Staaten sprechen sich 58 Prozent gegen das Verbot der Verbrenner aus. Besonders deutlich fällt die Ablehnung in Belgien mit 72 Prozent aus, aber auch in Deutschland ist die Stimmung klar. Hier sind rund 60 Prozent dagegen. Dabei wollte die EU eigentlich ab 2035 keine Neuwagen mehr zulassen, die CO₂ ausstoßen. Das Ziel war es, so bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Doch genau dieser Kurs stößt vielen Menschen sauer auf. Und auch die Industrie und Teile der Politik sind skeptisch.

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Ein zentraler Grund für die Ablehnung des Verbrenner-Verbots ist die Sorge um Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie in Europa. Kritiker warnen, dass Europa im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten könnte. Hinzu kommt, dass der Wandel zur Elektromobilität deutlich langsamer verläuft als erhofft. Zwar verlieren klassische Benzin- und Dieselautos an Bedeutung, doch sie machen immer noch einen erheblichen Teil des Marktes aus. Auch andere Umfragen bestätigen dieses Bild. In Deutschland halten beispielsweise rund zwei Drittel der Menschen das Verbrenner-Verbot für falsch.

Ablehnung wächst immer weiter

Der Druck auf die Politik wächst deshalb spürbar. In Brüssel diskutiert man darüber, den bisherigen Kurs zu lockern. Denkbar sind etwa Ausnahmen für bestimmte Technologien oder die stärkere Nutzung von synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels. Auch Modelle, bei denen CO2-Emissionen ausgeglichen werden, stehen zur Debatte. Damit deutet sich immer mehr an, dass das Verbrenner-Verbot auf wackeligen Beinen steht. Ob es 2035 wirklich kommt, ist derzeit ungewiss.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Politico, Cluster17, ACEA)