EU-Strafzölle machen Autoreifen massiv teurer

Ein Mitarbeiter in einer Kfz-Werkstatt hält einen Reifen in der Hand um ihn zu wechseln. Er arbeitet in einem Betrieb mit Fahrzeugen.
Symbolbild © imago/PanoramiC

Durch die Strafzölle der EU werden Autoreifen massiv teurer. Damit müssen wohl auch bald die Kunden deutlich mehr zahlen als sie zunächst veranschlagt haben. Dies hat jedoch gewichtige Gründe.

Bei so manchen Autoreifen werden die Kunden bald nicht schlecht staunen, denn die von der EU verhängten Strafzölle sorgen für einen Aufschlag bei so manch bekannter Marke.

EU-Strafzölle: Erhebung löst ein wichtiges Problem

Die Europäische Union erhebt seit dem 8. Juli 2026 umfassende Antidumpingzölle auf bestimmte Pkw- und Nutzfahrzeugreifen aus China. Der Hauptgrund für diese Strafzölle ist der Schutz des europäischen Marktes vor unfairem Wettbewerb. Die offizielle Begründung der EU-Kommission lautet, dass chinesische Hersteller ihre Reifen zu künstlich gedrückten Preisen (Dumpingpreisen) nach Europa exportieren und damit der europäischen Reifenindustrie schweren wirtschaftlichen Schaden zufügen.

Die europäische Reifenbranche beschäftigt zehntausende Menschen. Durch staatliche Subventionen in China können dortige Fabriken Reifen zu Preisen produzieren und exportieren, bei denen europäische Hersteller wirtschaftlich nicht mehr mithalten können. Vorausgegangen war eine offizielle Untersuchung, die im Mai 2025 auf Antrag der europäischen Reifenindustrie gestartet wurde. Diese bestätigte unfaire Handelspraktiken und Preisgestaltungen.

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EU-Strafzölle machen Autoreifen teurer: Diese Marken sind betroffen

Die Zölle, die die EU in der Durchführungsverordnung EU 2026/1540 regelt, staffeln sich nach der Kooperationsbereitschaft und dem Subventionsgrad der Hersteller. Der niedrigere Satz von 4,3 Prozent gilt für chinesische Werke der Hankook-Gruppe, die im Verfahren vollumfänglich kooperiert haben. Für eine lange Liste kooperierender Konzerne – darunter auch in China produzierte Reifen von Marken wie Conti, Goodyear, Nankang oder Sailun – gilt der mittlere Satz von 24,4 Prozent. Der höchste Satz von 45,3 Prozent gilt zum Beispiel für die Shandong Yongsheng Rubber Group. Sie hat gar nicht bei der Untersuchung mitgewirkt.

Für die Autofahrer bedeutet dies nun eine Umstellung. Sie zahlen für günstige Reifen nun deutlich mehr. Da der Zoll auf den reinen Einfuhrwert beim Import erhoben wird, steigt der Ladenpreis im Geschäft zwar nicht eins zu eins um 45 Prozent. Mit spürbaren Preisaufschlägen bei Billigreifen müssen die Verbraucher jedoch rechnen.

(Quellen: EU-Kommission, EUR-Lex)