Explosionsgefahr: Mercedes muss Autos aus dem Verkehr ziehen

Vor einem leicht bewölkten, lilafarbenen Abendhimmel ragt der große Mercedes-Stern auf einem Gebäude auf. Er befindet sich auf dem Dach der Firmenzentrale des Autobauers aus Stuttgart.
Symbolbild © imago/imagebroker

Besitzer von Mercedes-Autos müssen nun besonders aufhorchen, denn es besteht eine erhöhte Explosionsgefahr. Deshalb muss auch der große, weltweit agierende Autokonzern zahlreiche Wagen jetzt zurückrufen. 

Ein bekannter Autokonzern sieht sich mit einer massiven Rückrufaktion konfrontiert. Jetzt betrifft es sogar Modelle, die als zuverlässig galten. Denn die Explosionsgefahr bei Autos von Mercedes dürfen der Hersteller und die Autofahrer nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Alt, beliebt – und plötzlich riskant

Was viele Jahre lang als bewährtes Fahrzeug durch den Alltag rollte, sorgt nun für wachsende Unsicherheit. Mercedes-Benz ruft weltweit über 220.000 Transporter zurück – vor allem Modelle der Baureihen Viano und Vito, die zwischen 2002 und 2006 produziert wurden. Auch in Deutschland könnten über 60.000 Fahrzeuge betroffen sein. Auf den ersten Blick wirkt der Rückruf wie eine reine Vorsichtsmaßnahme – doch dahinter steckt deutlich mehr. Besonders in dieser Altersklasse setzen viele Fahrer auf Verlässlichkeit. Die Vans haben sich über die Jahre nicht nur im Gewerbe, sondern auch als Familienfahrzeuge bewährt. Doch je älter ein Fahrzeug, desto schwieriger lässt sich das Sicherheitsniveau auf aktuelle Standards bringen.

Das zeigt sich jetzt deutlich. Hinter den Kulissen schlagen Prüfer bereits seit Jahren wegen eines bestimmten Bauteils Alarm – nun wird es ernst. Betroffene Halter sollen Post vom Hersteller erhalten und ihr Fahrzeug kostenlos in die Werkstatt bringen. Die Überprüfung dauert laut Angaben meist nur rund eine Stunde. Doch in der Praxis melden einige Werkstätten bereits Wartezeiten, weil Ersatzteile nicht immer sofort verfügbar sind. Besonders brisant: Auch frühere Ersatz-Airbags könnten fehlerhaft sein – was die Rückrufwelle noch komplexer macht.

Lesen Sie auch
Prämie: E-Autos erleben plötzlich ein starkes Comeback

Mercedes-Autos und die Explosionsgefahr bei wichtigstem Bestandteil

Im Zentrum des Problems steht ein Bestandteil, den viele Autofahrer gar nicht auf dem Schirm haben: der Gasgenerator im Fahrer-Airbag. Kommt es zu einem Unfall, kann dieser unter bestimmten Bedingungen explodieren – anstelle Schutz zu bieten, schleudert er scharfkantige Metallteile durch den Innenraum. Dieses Risiko betrifft Module des langjährigen Zulieferers Takata, dessen Airbags weltweit für Rückrufe sorgten.

Die fehlerhaften Komponenten gelten vor allem bei starker Hitze und Luftfeuchtigkeit als besonders riskant – doch auch in mitteleuropäischen Klimazonen bleibt eine Restgefahr bestehen. Mercedes steht dadurch vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits sollen alle betroffenen Fahrzeuge schnell und sicher überprüft werden, andererseits laufen parallel massive Sparprogramme. Wer betroffen ist, sollte jetzt schnell reagieren – denn in diesem Fall entscheidet eine kleine Maßnahme über großen Schutz.