
Nun trifft es die nächste Branche knallhart: Ein Fahrrad-Riese ist insolvent und gefährdet damit die Jobs von 370 Mitarbeitern. Die Folgen sind enorm, denn gleich mehrere Unternehmen sind von der Pleite betroffen.
Ein Fahrrad-Riese ist insolvent und erschüttert damit gleich eine ganze Branche. Denn von dem Unternehmen hängen weitere Firmen ab, die indessen ebenfalls eine Gefahr für sich sehen. 370 Mitarbeiter blicken in eine ungewisse Zukunft.
Boom während der Corona-Krise: Danach kam der tiefe Fall
Der Boom der Fahrradbranche während der Corona-Pandemie wurde durch eine Kombination aus Lockdowns, dem Wunsch nach sicherem Abstand und staatlicher Förderung ausgelöst. Viele Menschen mieden aus Angst vor einer Infektion Busse und Bahnen. Das Fahrrad wurde zum idealen Verkehrsmittel für den täglichen Weg zur Arbeit. Während der Lockdowns waren Fitnessstudios, Kinos und Vereine geschlossen. Radfahren und E-Bike-Touren gehörten zu den wenigen erlaubten und sicheren Freizeitaktivitäten an der frischen Luft. Da Urlaubsreisen, Restaurantbesuche und Veranstaltungen ausfielen, hatten viele Haushalte unvorhergesehen viel Geld übrig. Dieses wurde verstärkt in hochwertige E-Bikes und Mountainbikes investiert. Zudem schärfte die Pandemie das Bewusstsein für die eigene Gesundheit und sportliche Betätigung im Freien.
Diese plötzliche Nachfrage führte dazu, dass Händler und Hersteller in den Folgejahren ihre Lager massiv überfüllten. Als sich das Konsumverhalten nach der Pandemie wieder normalisierte und die Inflation stieg, brach der Markt ein. Dies hat schwerwiegende Folgen für diejenigen Unternehmen, die auf einen weiterhin hohen Konsum gesetzt hatten.
Fahrrad-Riese insolvent: Folgen des Booms deutlich spürbar
Die Strategie der Vergangenheit treibt die Unternehmen nun in den Ruin und ist der Hauptgrund für die Insolvenz der Accell-Gruppe. Das Amtsgericht Schweinfurt hat die Verfahren in Eigenverwaltung für die deutsche Holding der niederländischen Accell-Gruppe sowie deren drei Tochtergesellschaften Winora Staiger GmbH, Ghost-Bikes GmbH und Engelbert Wiener Bike Parts GmbH angeordnet. Die Löhne und Gehälter der rund 370 betroffenen Mitarbeiter an den Standorten Sennfeld und Waldsassen sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Oktober 2026 gesichert.
Der Geschäftsbetrieb soll an beiden Standorten bestmöglich und ohne Unterbrechung weiterlaufen. Das primäre Ziel ist es, einen neuen Investor zu finden, der die operativ eigentlich soliden deutschen Marken übernimmt. Auf diese Weise sollen die gesunden deutschen Gesellschaften komplett aus dem Geflecht der kriselnden internationalen Accell-Gruppe herausgelöst und eigenständig gerettet werden. Ein Verkauf der kompletten Gruppe als Ganzes war im Vorfeld gescheitert.
(Quellen: Insolvenzbekanntmachungen, Accell Group)














