Fast 2.000 Jobs in Gefahr: Porsche droht mit hartem Sparkurs

Auf einer Messe auf einer großen Fläche stehen verschiedene Modelle des großen Autobauers Porsche hinter- und nebeneinander. Im Hintergrund erkennt man auf einer großen weißen Wand das große Porsche-Logo und den Schriftzug "Porsche" darunter.
Symbolbild © imago/ZUMA Press Wire

Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise. Nicht nur Autobauer, sondern auch Zulieferer kämpfen mit sinkender Nachfrage und starker Konkurrenz. Nun geht Porsche offenbar mit einem harten Sparkurs in die Offensive.

Die deutsche Autoindustrie zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Wirtschaftszweigen weltweit. Daran nimmt auch Porsche als einer der erfolgreichsten Hersteller von Sportwagen und Luxusfahrzeugen Anteil. Doch nun ziehen dunkle Wolken auf.

Porsche mit hartem Sparkurs: So steht es in der Autoindustrie

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie ist seit Mitte des Jahres sehr wechselhaft und hat sich im November wieder deutlich verschlechtert. Zwar haben sich die Auftragseingänge stabilisiert, jedoch bereitet die Zukunft vor allem mit Blick nach China den Herstellern Sorgen. Das Geschäftsklima ist aufgrund hoher wirtschaftspolitischer Unsicherheiten in Deutschland und weltweit stark belastet. Das zeigt sich auch in gesunkenen Exporterwartungen.

Problematisch wirken sich zudem hohe US-Zölle, der Aufstieg der chinesischen E-Autohersteller sowie die Chipkrise aus, die Engpässe bei Vorprodukten verursacht. Inzwischen reagieren immer mehr Hersteller mit Sparplänen. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert, wurden in der deutschen Autoindustrie innerhalb eines Jahres etwa 51.500 Stellen gestrichen. Keine andere Branche war von einem so starken Jobabbau betroffen.

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Krise der Autoindustrie: Porsche droht mit hartem Sparkurs

Der Rückgang spiegelt die Herausforderungen der Autobauer wider, darunter Absatzrückgänge, die Konkurrenz aus China sowie den kostenintensiven Übergang zur Elektromobilität. Trotz globaler Herausforderungen wie dem Wandel zur Elektromobilität und wachsender Konkurrenz aus China blieb Porsche bislang ein Symbol für deutsche Ingenieurskunst und Exklusivität. Erst kürzlich zahlte der Hersteller Rekord-Weihnachtsgeld aus.

Nun droht Porsche allerdings mit einem harten Sparkurs. Der Hersteller hat angekündigt, bis 2029 rund 1.900 Stellen an den Standorten Zuffenhausen und Weissach abzubauen. Das Unternehmen plant den Stellenabbau vorwiegend sozialverträglich, beispielsweise durch Altersteilzeit, während gleichzeitig weitere Sparmaßnahmen diskutiert werden. Zu den möglichen Einsparungen gehören Kürzungen bei Leistungen wie Altersvorsorge und Jubiläumszahlungen sowie erhöhte Flexibilität bei Arbeitszeit und Homeoffice. Auch die Auslagerung von Betriebsteilen und Dienstleistungen wird in den Verhandlungen angesprochen, um Kosten zu optimieren. Der Gesamtbetriebsrat fordert eine Beschäftigungssicherung bis 2035 und setzt sich für klare Zusagen zum Erhalt der deutschen Porsche-Standorte ein.

(Quellen: Handelsblatt, die Zeit, Porsche SE, Statistisches Bundesamt)