Fast 20.000 Stellen weg: VW verschärft Sparkurs in Deutschland

Die Volkswagen AG-Zentrale in Wolfsburg. Am dunklen Himmel erstrahlt das Logo des deutschen Autobauers. Der Hauptsitz in Wolfsburg ist das Herzstück von VW.
Symbolbild © istockphoto/Wirestock

VW verschärft den Sparkurs in Deutschland. Allein hierzulande sollen bis Ende des Jahres fast 20.000 Stellen wegfallen. Die Belegschaft ist extrem verunsichert, insbesondere da der Konzernchef schärfere Maßnahmen angekündigt hat.

Das Beben in den Chefetagen des Wolfsburger Autogiganten erreicht damit eine gänzlich neue Dimension. Für die Mitarbeiter geht es jetzt längst nicht mehr nur um vage Zukunftspläne, sondern um die nackte Realität auf den Werksgeländen.

Knapp 50.000 Stellen: VW baut massiv Jobs ab – „sozialverträglich“

Aufgrund der mehr als nur nicht zufriedenstellenden Konzernergebnisse hatte die VW-Spitze bereits im Spätsommer 2024 angekündigt, massiv an Personalkosten einsparen zu wollen. Dies bedeutet in erster Linie einen großen Stellenabbau. Die Gewerkschaften und die Mitarbeiter liefen Sturm, sodass man sich darauf einigen konnte, bis 2030 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Auch die Konzerntöchter Audi und Porsche lieferten bislang kein zufriedenstellendes Ergebnis. Sie blieben mit den Umsätzen weit hinter den Erwartungen zurück. Bis Ende 2030 sollen knapp 50.000 Stellen abgebaut werden. Bis Ende dieses Jahrzehnts gibt es jedoch ein Zwischenziel.

VW verschärft Sparkurs: Ende 2026 ist die erste Etappe erreicht

Während das große Ziel heißt: 50.000 weniger Arbeitsplätze bei VW bis Ende 2030, will man Ende dieses Jahres ein erstes Zwischenziel erreichen. Im gesamten Konzern sollen rund 19.000 Arbeiter ihre Jobs aufgeben. Freiwillig allerdings, da keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden dürfen. Insgesamt hätten nach Konzernangaben knapp 28.000 Angestellte ihren Austritt bei VW bis Ende 2030 verbindlich unterschrieben. Vornehmlich arbeitet das Unternehmen mit Altersteilzeitmodellen sowie großzügigen Abfindungen. Experten rechnen jedoch damit, dass dies allein nicht reichen wird, um VW wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Erst recht nicht, wenn man eine Maßnahme immer wiederholt, muss dies scheitern.

Lesen Sie auch
Neue Ladetechnik soll E-Autos in Minuten statt Stunden laden

Die Sparmaßnahmen treffen jedoch nicht nur die Angestellten. Auch an den Einkaufs-, Entwicklungs- und Herstellungskosten der Fahrzeuge will man arbeiten. So heißt es beispielsweise aus Expertenkreisen, dass die Werke nicht voll ausgelastet seien und deswegen ebenfalls hohe Kosten anfallen würden, ohne dass der entsprechende Gewinn eingefahren würde. Zudem stiegen die Kosten für Marketing-Maßnahmen. Alle Kostenfaktoren will das Unternehmen nun schrittweise unter die Lupe nehmen und entsprechend einstreichen. Angesichts der immer noch bedrückenden Lage bei den Autokonzernen sind die VW-Mitarbeiter extrem verunsichert und blicken mit bangem Blick in die Zukunft.

(Quellen: Handelsblatt, Volkswagen AG, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)