Fast 500 Euro: Harte Handystrafen am Steuer sollen weiter steigen

Ein nicht zu erkennender Mann sitzt im Auto hinter dem Steuer und fährt gerade. Die linke Hand befindet sich am Lenkrad, während er in der rechten Hand sein Handy hält.
Symbolbild © istockphoto/Pekic

Das Smartphone ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken – hinter dem Steuer jedoch wird es schnell zur ernsthaften Gefahr. Die Strafe für Handys am Steuer soll nun weiter steigen.

Wer während der Fahrt Nachrichten liest, Anrufe entgegennimmt oder durch Apps scrollt, verliert wertvolle Sekunden der Aufmerksamkeit. Schon ein kurzer Blick auf den Bildschirm reicht aus, um Verkehrssituationen falsch einzuschätzen oder entscheidende Reaktionen zu verpassen. Deshalb soll es jetzt härtere Handystrafen geben.

Autofahrer unterschätzen die Gefahren

Bei Tempo 50 legt ein Auto in nur zwei Sekunden bereits rund 30 Meter zurück – oft ohne bewusste Kontrolle. Experten warnen seit Jahren davor, dass das Handy am Steuer die Reaktionszeit ähnlich stark verlängert wie Alkohol. Dennoch unterschätzen viele Fahrer die Risiken oder glauben, sie hätten ihr Fahrzeug auch mit einer Hand sicher im Griff. Dabei gefährden Fahrer mit dem Smartphone am Steuer nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer sind besonders verletzlich, da sie im Ernstfall kaum geschützt sind. Ein Moment der Unachtsamkeit kann hier schwere Folgen haben. Auch andere Autofahrer geraten in Gefahr, wenn plötzlich gebremst, unkontrolliert die Spur gewechselt oder ein Vorfahrtsrecht übersehen wird.

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Handy am Steuer: Strafen sollen weiter steigen

Statistiken und Unfallanalysen zeigen seit Jahren ein klares Bild: Ein erheblicher Teil der Verkehrsunfälle geht auf Unaufmerksamkeit und Ablenkung zurück. Neben Müdigkeit spielt dabei das Smartphone eine zentrale Rolle. Viele Kollisionen entstehen nicht durch hohe Geschwindigkeit, sondern durch zu spätes Reagieren. Fahrer glauben, alles unter Kontrolle zu haben, bis es zu spät ist. Polizei und Verkehrssicherheitsorganisationen warnen daher eindringlich vor der Nutzung des Handys am Steuer.

Ab dem Jahreswechsel verschärfen die Niederlande ihren Kurs gegen Verkehrsverstöße deutlich. Zum 1. Januar 2026 werden die Bußgelder spürbar angehoben. Diese Maßnahme betrifft nicht nur Einheimische, sondern auch Autofahrer aus Deutschland. Besonders konsequent gehen die Behörden gegen die Nutzung von Smartphones am Steuer vor. Wer hier künftig mit dem Handy in der Hand erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 440 Euro rechnen – deutlich mehr als bislang.

(Quellen: ADAC, Verkehrsanwälte, Bußgeldkatalog)