Fast 80.000 Mitarbeiter: Kahlschlag droht bei der Deutschen Bahn

Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, spricht in der Öffentlichkeit. Hinter ihm prangt das Logo der DB in Rot-Weiß und verweist auf seinen Arbeitgeber: die Deutsche Bahn.
Symbolbild © imago/Jens Schicke

Bei der Deutschen Bahn zeichnet sich ein Wandel ab, von dem fast 80.000 Mitarbeiter betroffen sind. Der Verkauf eines bestimmten Zweigs könnte sich fatal auf die Angestellten auswirken.

Firmenpleiten und Kündigungen in Massen ziehen sich durch das Jahr 2024 in Deutschland. Nun trifft es auch die Deutsche Bahn, wo fast 80.000 Mitarbeiter durch eine große Änderung bedroht sind. Gestern wurde diesbezüglich eine wichtige Entscheidung getroffen. Für die Angestellten steht einiges auf dem Spiel.

Entscheidung bei der Bahn: Die Zukunft ist ungewiss

Am Mittwoch, den 2. Oktober, gab es eine richtungsweisende Entscheidung im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Dabei ging es um einen wichtigen Zweig der DB, nämlich die Logistiktochter DB Schenker. Schenker ist ein traditionsreiches Unternehmen mit über 150 Jahren Geschichte. Das Schicksal des Unternehmens und seiner weltweit 75.000 Mitarbeiter steht nun jedoch auf dem Spiel. Der Verkauf an den dänischen Konkurrenten DSV wurde gegen Nachmittag durch den Aufsichtsrat abgesegnet.

Das bisherige Bieterverfahren basierte dabei auf dem üblichen Prinzip „Höchstbietender gewinnt“. Dabei galt DSV relativ schnell als besonders interessanter Käufer, was jedoch auch schlimme Befürchtungen auf den Plan rief. Der dänische Logistikriese hat nämlich einen Ruf dafür, erworbene Firmen zu zerschlagen und deren Strukturen stark zu verändern. Schenker könnte durch diesen Verkauf seine Unabhängigkeit verlieren. Möglicherweise sind sogar die Jobs der Mitarbeiter gefährdet, deren Sicherheit aktuell nur für zwei Jahre garantiert ist. Was allerdings tatsächlich mit dem Zweig und den fast 80.000 Mitarbeitern geschieht, wird erst die Zeit nach dem Verkauf zeigen.

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Eine unsichere Zukunft: Schenker zwischen Umbruch und Erhalt

DSV verfolgt bei all seinen Plänen eine klare Strategie. Das zeigte auch die frühere Übernahme des Unternehmens Panalpine, das danach schrumpfte und einen erheblichen Teil der Belegschaft verlor. Ein ähnliches Schicksal könnte nun nach dem Verkauf auch Schenker drohen, was den Widerstand von Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern hervorruft. Sie sehen durch den Verkauf an DSV eine Bedrohung für die Zukunft der Mitarbeiter und der Traditionsmarke Schenker.

Neben DSV war auch der Finanzinvestor CVC als möglicher Käufer im Bieterverfahren. CVC verfolgte dabei eine andere Vision. Das Unternehmen plante, Schenker zu restrukturieren und langfristig an die Börse zu bringen, ohne den deutschen Standort aufzugeben. Da der Aufsichtsrat nun seine Entscheidung gefällt und sich für den dänischen Konzern DSV als Käufer ausgesprochen hat, ist CVC aus dem Spiel. Welchen Weg für die Zukunft des Logistikunternehmens wird der dänische Konzern nun eingeschlagen? Man wird es in den nächsten Jahren sehen.