Flaute: Deutschen Fahrschulen rennen die Fahrschüler davon

Die Geldscheine, die im Vordergrund vor einem Fahrschulauto liegen, symbolisieren Tausende von Euro, die man für den Führerschein braucht. Es handelt sich um einen 500- und einen 200-Euro-Schein.
Symbolbild © imago/Shotshop

Den deutschen Fahrschulen rennen die Fahrschüler davon. In vielen Unternehmen herrscht eine echte Flaute. Viele Schulen müssen um ihre Existenz bangen und wissen nicht, wie sie mehr Schüler gewinnen können.

Bei den deutschen Fahrschulen herrscht derzeit eine echte Flaute in den Klassenzimmern. Denn es gibt einen massiven Einbruch bei den Neuanmeldungen. Die Gründe dafür sind kompliziert.

Immer weniger Leute machen den Führerschein

Stiller Unterrichtsraum statt voller Klassenzimmer – dieses Bild sieht man in deutschen Fahrschulen derzeit häufig. Bereits seit Herbst letzten Jahres berichten Fahrschulen von einem massiven Wegfall von Neuanmeldungen. Bis zu 80 Prozent weniger Neuanmeldungen haben einige Schulen im direkten Vergleich zu den Jahren davor. Und diese Entwicklung ist nicht nur ein einzelnes Problem, sondern lässt sich in ganz Deutschland beobachten. Von Nordrhein-Westfalen über Bayern hin zu ländlichen Regionen.

Einer der wichtigsten Gründe für die Flaute der deutschen Fahrschulen ist dabei nicht die schlechte Wirtschaftslage – sondern eher viel Unsicherheit. Denn der Bundesverkehrsminister hatte angekündigt, den Führerschein in Zukunft um einiges günstiger zu machen. Kein Wunder, dass da viele junge Leute erst einmal abwarten, bis das so weit sein wird. Aktuell kostet ein Führerschein in Deutschland rund 3.000 bis 3.500 Euro. Teilweise muss man sogar bis zu 4.500 Euro zahlen. Das ist in den meisten deutschen Fahrschulen ein üblicher Preis, für junge Menschen jedoch kaum bezahlbar.

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Problem: Immer mehr Schulen ohne genügend Neuanmeldungen

Die Vorschläge der Bundesregierung zielen nun darauf ab, die Kosten zu senken und die gesamte Ausbildung moderner zu gestalten. Dazu gehören unter anderem reduzierte Pflichtstunden wie die Überland- und Autobahnfahrten. Auch soll mehr Unterricht bei den deutschen Fahrschulen stattfinden. Allerdings – und das scheinen viele junge Menschen zu vergessen – tritt eine derartige Kostensenkung nicht von heute auf morgen in Kraft. Im besten Fall könnte es ein neues Gesetz Anfang 2027 geben.

Viele Experten raten den Menschen dazu, besser clever den eigenen Führerschein zu erwerben, anstatt abzuwarten, bis die Kosten generell gesenkt werden. Dazu zählen unter anderem praktische Tipps wie das gezielte Vergleichen von Fahrschulen. Unter Umständen kann es sich auch lohnen, Intensivkurse zu belegen und damit sowohl Kosten als auch Zeit zu sparen. Auch bestimmte Zuschüsse könnten durch den Arbeitgeber oder die Ausbildung erfolgen. Darüber sollte man sich unbedingt informieren.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Aussagen von Fahrschulen, Fahrlehrerverband Westfalen)