
Der Führerschein soll in Deutschland günstiger werden – und dafür will die Bundesregierung wohl auch die Fahrausbildung kräftig umbauen. Demnach sollen Fahrschüler künftig auch mit einer nahestehenden Person auf öffentlichen Straßen üben. In vielen Fällen könnten damit tatsächlich die Eltern auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Der Führerschein soll billiger werden. Dafür plant die Bundesregierung neue Regeln: Künftig könnten Eltern beim privaten Üben am Steuer danebensitzen.
Ausbildung durch Laien – Eltern sollen mithelfen beim Führerschein
Hinter der Idee steckt die sogenannte Laien-Ausbildung. Sie soll die klassische Fahrschule nicht ersetzen, sondern noch mehr Fahrpraxis ermöglichen. Voraussetzung ist erst einmal eine bestandene Theorieprüfung. Anschließend sollen Fahrschüler unter Anleitung einer nahestehenden Person Kilometer sammeln können. Eine feste familiäre Beziehung schreibt die Bundesregierung dabei nicht vor. Sie geht allerdings davon aus, dass überwiegend Familienangehörige diese Aufgabe übernehmen werden. Vorgesehen ist eine Fahrleistung von insgesamt 1.000 Kilometern. Die privaten Übungsfahrten sollen dokumentiert werden. Die Bundesländer sollen selbst entscheiden können, ob sie dieses Modell überhaupt einführen. Auch beim klassischen Fahrschulunterricht stehen große Veränderungen an.
Derzeit müssen Fahrschüler beim Pkw-Führerschein zwölf besondere Ausbildungsfahrten absolvieren: fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Nachtfahrten. Diese feste Zahl soll verschwinden. Fahrten auf Autobahnen, über Land und bei Dunkelheit bleiben zwar Teil der Ausbildung. Wie viele davon ein Fahrschüler tatsächlich benötigt, soll sich künftig stärker nach seinem Können und der Einschätzung des Fahrlehrers richten.
Führerschein wird immer teurer – über 3.000 Euro
Noch radikaler könnte sich der Theorieunterricht verändern. Die bisherige Präsenzpflicht soll fallen. Fahrschüler könnten sich den Stoff vollständig digital aneignen, beispielsweise über eine App. Gleichzeitig will die Regierung den Fragenkatalog verkleinern und das Bewertungssystem der Theorieprüfung vereinfachen. Auch Simulatoren sollen in der praktischen Ausbildung stärker zum Einsatz kommen. Hinter dem Umbau steckt vor allem ein Problem: Der Führerschein ist teuer geworden.
Die Bundesregierung beziffert die durchschnittlichen Kosten für die Klasse B inzwischen auf rund 3.400 Euro. Mehr private Fahrpraxis, weniger starre Vorgaben und digitale Angebote sollen die finanzielle Belastung reduzieren. Beschlossene Alltagsrealität ist das neue Modell allerdings noch nicht. Das Bundeskabinett hat die Reform auf den Weg gebracht, das Gesetz befindet sich im parlamentarischen Verfahren. Die geplante Laienausbildung soll zunächst erprobt werden. Damit könnten Eltern künftig tatsächlich einen Teil der Fahrausbildung begleiten – der professionelle Fahrlehrer bleibt aber weiterhin unverzichtbar.
(Quellen: BMV, Bundestag)














