Führerschein wird zum Luxus – Deutsche zahlen bis zu 4.500 Euro

Ein Mann hält seinen Führerschein in den Händen. Dabei handelt es sich um eine Fahrlizenz in Scheckkarten-Form. Für Millionen Autofahrer kommt jetzt die Führerschein-Abgabe.
Symbolbild © istockphoto/Sergio Delle Vedove

Der Führerschein wird zum Luxusgut, das sich nicht jeder leisten kann. Deutsche zahlen bis zu 4.500 Euro dafür. Damit wird der Traum von der eigenen Mobilität zur finanziellen Herausforderung.

Jeder Jugendliche fiebert diesem Moment entgegen und kann es kaum erwarten, bis es endlich so weit ist. Doch der Führerschein wird zum echten Luxus, denn Deutsche zahlen bis zu 4.500 Euro dafür. Viele fragen sich daher, ob sie sich diesen wichtigen Schritt in die Unabhängigkeit überhaupt noch leisten können.

Wichtiger Schritt in die Selbständigkeit

Der Führerschein gilt für viele Jugendliche als wichtiger Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit, weil er ihnen mehr Freiheit und Unabhängigkeit ermöglicht. Sobald sie das passende Alter erreicht haben, freuen sie sich darauf, selbst Auto fahren zu dürfen und dadurch flexibler zu sein. Allerdings ist der Weg zum Führerschein nicht nur mit Vorfreude verbunden, sondern auch mit viel Zeit, Aufwand und hohen Kosten. Während Fahrschüler zunächst Theorieunterricht besuchen und anschließend praktische Fahrstunden machen müssen, steigen die Ausgaben durch Prüfungsgebühren, Lernmaterialien und zusätzliche Fahrstunden immer weiter an. Mittlerweile wird der Führerschein daher zu einem echten Luxusgut, denn Deutsche zahlen bis zu 4.500 Euro dafür.

Kosten variieren je nach Bundesland

Der Führerschein ist in Deutschland inzwischen für viele Fahrschüler zu einer großen finanziellen Belastung geworden, da die Kosten je nach Bundesland zwischen etwa 2.500 und 4.500 Euro liegen. Während Hamburg zu den teuersten Bundesländern gehört, ist die Fahrerlaubnis in Berlin deutlich günstiger. Allerdings steigen die Preise, weil neben der Inflation auch Fahrzeuge, Kraftstoff und die Löhne der Fahrlehrer teurer geworden sind. Zudem führen lange Wartezeiten bei praktischen Prüfungen dazu, dass Fahrschüler häufig weitere Fahrstunden benötigen. Da außerdem die Durchfallquoten bei Theorie und Praxis gestiegen sind, entstehen durch Wiederholungsprüfungen weitere Kosten.

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Im europäischen Vergleich fällt auf, dass der Führerschein in Tschechien oder Frankreich deutlich günstiger ist. Dies liegt daran, dass dort andere Voraussetzungen gelten und moderne Ausbildungsmöglichkeiten genutzt werden. In Frankreich können Fahrschüler Online-Fahrschulen, Fahrsimulatoren und begleitetes Fahren nutzen, wodurch die Ausbildung flexibler und teilweise günstiger wird. Trotzdem kann der Führerschein nicht einfach in einem anderen Land erworben werden. Denn aufgrund europäischer Regelungen ist die Fahrerlaubnis grundsätzlich am ordentlichen Wohnsitz zu absolvieren. Somit bleibt der Führerschein zwar für viele junge Menschen ein wichtiger Schritt in die Unabhängigkeit, gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass eine bezahlbare und zeitgemäße Fahrausbildung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

(Quellen: ADAC, Bundesregierung, MDR)