Gegen Krise: Deutsche Autobauer führen neue Maßnahmen ein

Ein Arbeiter steht in einer Fabrik eines deutschen Autobauers. Er steht bei der Produktion mehrerer elektrischer Autos. Am Fließband setzen Mitarbeiter einzelne Teile zusammen, um das E-Auto sicher für die Straße zu machen.
Symbolbild © imago/Kirchner-Media

Die aktuelle Wirtschaftslage setzt der Autoindustrie schon seit einiger Zeit zu: Sinkende Absatzzahlen, insolvente Zulieferer und steigende Ausgaben belasten die Autobauer. Neue Maßnahmen sollen einen Weg aus der Krise bahnen.

Die Zollpolitik der USA und die schwierige Marktlage in China machen der Automobilbranche schon seit geraumer Zeit zu schaffen. Beinahe alle großen deutschen Autohersteller verzeichneten daher zuletzt erhebliche Verluste und mussten Stellen kürzen.

Autobauer kämpfen gegen die Krise

Neben den sinkenden Absätzen in China belasten auch die US-Importzölle die hiesige Automobilbranche. Daher findet in der gesamten Autoindustrie derzeit ein Umbruch statt – vor allem auf finanzieller Ebene. Um Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen – oder auch nur über Wasser zu halten –, sind mehrheitlich Umstrukturierungen notwendig. Viele Firmen sehen sich zu deutlichen Sparmaßnahmen gezwungen. Die Schlagzeilen über Stellenabbau und Insolvenzanmeldungen, vor allem bei etablierten Konzernen wie Bosch oder ZF Friedrichshafen sowie Mercedes-Benz oder Volkswagen, häufen sich seit Monaten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren die Zulieferer von den Personaleinsparungen jedoch stärker betroffen.

Kurswechsel: Autobauer ergreifen neue Maßnahmen

Um sich auf dem globalen Markt behaupten zu können, setzen vor allem die großen Marken nun auf Innovation. In den letzten Jahren setzen immer mehr Automobilhersteller auf Elektromobilität und Hybridfahrzeuge. Es gibt durchaus viele Autofahrer, die dies unterstützen und sich ein solches klimafreundlicheres Auto kaufen. Doch Zahlen lügen nicht: Seit 2022 setzt beispielsweise Mercedes verstärkt auf Elektroautos, und prompt fallen die Absatzzahlen. Die Investitionen in die Elektromobilität sind obendrein nicht billig, was letztlich zu einem Minusgeschäft führt. Daher hat die EU-Kommission vorgeschlagen, dass vorerst weiterhin auch Verbrennerautos hergestellt werden dürfen – obwohl der Trend eigentlich in Richtung E-Mobilität gehen soll. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßt den Vorschlag trotzdem, und auch die Autobauer stimmen zu.

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Dennoch gehen die großen Konzerne in die Offensive und setzen zunehmend auf innovative Technologien. VW hatte zuletzt einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Das Geld, das an dieser Stelle eingespart wird, fließt unterdessen in ein neues Batteriezellenwerk zur Produktion von Elektroautos. Auch Mercedes und BMW haben angekündigt, in den kommenden Monaten neue Automodelle auf den Markt bringen zu wollen, die mit ausgefeilter Technik überzeugen sollen. Damit wollen die deutschen Autobauer die Konkurrenz aus Asien abhängen, die derzeit den Markt dominiert.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Unternehmensangaben von Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, Medienberichte, Marktanalysen)