
Der Bundestag hat jüngst eine Gesetzesänderung verabschiedet, die wegweisend für die Elektromobilität sein kann. Dank des Beschlusses könnten E-Auto-Besitzer bald kostenlos fahren und im besten Fall sogar Geld verdienen.
Die Bundesregierung hat in den letzten Wochen und Monaten an einigen Reformen gearbeitet. Unter den vorgesehenen Änderungen sind auch einige, die die Energiewende entscheidend vorantreiben sollen.
Gesetzesänderung zum Energiewirtschaftsrecht
Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag, dem 13. November 2025, einen Entwurf zur „Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Energiebereich“ verabschiedet. Die Gesetzesänderung umfasst auch „energierechtliche Vorschriften“. Das klingt erst einmal abstrakt. Vereinfacht bedeutet es: Verbraucher sollen besser vor Strompreisschwankungen geschützt werden. Weiterhin soll es künftig einfacher sein, selbst erzeugten Strom zu speichern und mit anderen zu teilen, sprich wieder ins Netzwerk einzuspeisen. Das bedeutet auch eine Wende in Sachen Elektromobilität, die den Kauf eines E-Autos zukünftig deutlich attraktiver machen könnte.
E-Auto: Gratis fahren und sogar Geld verdienen
Die Gesetzesänderung besagt faktisch, dass E-Autos nicht mehr als Autos, sondern fahrende Stromspeicher zählen. Bisher war das nicht der Fall. Verbraucher mussten sowohl beim Aufladen als auch Entladen ihres Autos ein Netzentgelt und Stromsteuer in voller Höhe entrichten. Beim bidirektionalen Laden, auch Vehicle-to-Grid (V2G) genannt, wird Strom aus dem Netz entnommen, gespeichert und später wieder ins Netz eingespeist. Dadurch, dass das Elektroauto jetzt rechtlich gesehen ein Batteriespeicher ist, entfällt die Doppelbelastung. Diese hat einen Großteil der Autofahrer bisher von der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs abgehalten.
Stellt man es richtig an, kann man als E-Auto-Besitzer also sogar wirtschaftlich von der Gesetzesänderung profitieren. Das heißt: Laden, wenn der Strom günstig ist und entladen, wenn die Preise steigen. Dafür empfiehlt es sich, das Auto nachts oder auch tagsüber bei starker Sonnenstrahlung aufzuladen. Abends steigen die Strompreise in der Regel, also sollte man dann den gespeicherten Reststrom wieder ins Netz einspeisen. All das funktioniert vorerst jedoch nur, wenn man über eine PV-Anlage verfügt. Den Berechnungen von Experten zufolge können E-Auto-Besitzer so jährlich zwischen 500 und 720 Euro Plus machen und etwa 14.000 Kilometer kostenlos fahren. Allerdings gibt es laut ADAC nicht allzu viele Fahrzeuge, bei denen das bidirektionale Laden aktuell funktioniert. Auch fehlt es verbreitet noch an Smart Metern, die für dynamische Tarife und die Abrechnung notwendig sind.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, ADAC, KBA, VDA, EY, Agora Verkehrswende)














