Größter Konkurrent für die Deutsche Bahn lässt Preise schmelzen

Auf dem Bild ist ein grüner Flixtrain zu sehen, der an einem Bahnhof steht. Durch die Fenster sind die leeren Sitze zu sehen.
Symbolbild © istockphoto/Cineberg

Die Deutsche Bahn steht seit Jahren in der Kritik. Auch beim Preis bekommt das Unternehmen einen spürbaren Druck von der Konkurrenz. Ein Wettbewerber mischt den Fernverkehr zunehmend auf.

Dass die Deutsche Bahn für viele Fahrgäste ein Reizthema ist, hat klare Gründe. Besonders im Fern- und Regionalverkehr sorgen anhaltende Verspätungen und Zugausfälle für Unzufriedenheit. Das bundeseigene Unternehmen bekommt offenbar ernsthafte Konkurrenz auf dem Fernverkehrsmarkt.

Deutsche Bahn seit Jahren in der Kritik

Gerade Pendler und Vielfahrer fühlen sich von diesen Problemen regelmäßig betroffen – sie berichten von verpassten Anschlüssen, überfüllten Zügen und mangelhafter Kommunikation. Auch die immer wieder in die Schlagzeilen geratenden Probleme innerhalb des Konzerns, etwa im Hinblick auf Kosten, Planung oder Modernisierung, tragen zu einem Gesamtbild bei, das das Vertrauen vieler Fahrgäste erschüttert hat. Trotz aller Schwierigkeiten bleibt der Zug für viele Menschen in Deutschland das wichtigste Verkehrsmittel. Millionen Reisende nutzen jährlich die Schiene, sei es für den täglichen Arbeitsweg, für private Reisen quer durchs Land oder für den klimafreundlicheren Ersatz zum Auto oder Flugzeug.

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Es wird eng: Größter Konkurrent für die Deutsche Bahn

Besonders im eng vernetzten deutsch-europäischen Raum spielt der Bahnverkehr eine zentrale Rolle. Umso größer ist die Erwartungshaltung, dass der Schienenverkehr reibungslos funktioniert. Genau hier setzt ein wachsender Konkurrent an: der Flixtrain. Der private Anbieter, der bereits im Fernbus-Markt erfolgreich Fuß gefasst hat, baut sein Schienennetz seit einigen Jahren kontinuierlich aus und positioniert sich zunehmend als Alternative zur Deutschen Bahn.

Mit vergleichsweise günstigen Ticketpreisen will Flixtrain Reisende überzeugen, die nach verlässlicheren und oft preiswerteren Angeboten suchen. Firmenchef André Schwämmlein hatte bereits angekündigt, dass sein Unternehmen langfristig deutlich günstigere Tickets anbieten wolle als der staatliche Konkurrent. Dazu hat das Unternehmen nun beim spanischen Hersteller Talgo 65 neue Hochgeschwindigkeitszüge bestellt. Mit dieser Flotte soll in den kommenden zwei Jahren ein eng getaktetes Fernverkehrsnetz aufgebaut werden. Das Gesamtvolumen der Bestellung beträgt etwa 2,4 Milliarden Euro.

(Quellen: Flixtrain, Bundesministerium für Verkehr, dpa)