Günstige Autos sterben aus – kein deutscher Neuwagen unter 20.000 Euro

Viele Autos versuchen an einer Tankstelle zu tanken. Sie stehen hintereinander an, um an die Zapfsäulen zu kommen. Es herrscht großer Andrang.
Symbolbild © imago/Kosecki

Eine schlechte Nachricht für Menschen mit wenig Einkommen: Günstige Autos sterben hierzulande nahezu aus. Es gibt keinen deutschen Neuwagen mehr, der unter 20.000 Euro kostet. Damit haben viele Bürger keine große Wahl.

Wer in Deutschland nicht viel Geld zur Verfügung hat, kann sich wohl keinen Neuwagen leisten. Günstige Autos sterben hierzulande nämlich aus, sodass man nur auf Gebrauchtwagen ausweichen kann.

Keine günstigen Autos mehr: Autobauer verlangen für Modelle mehr

Gestiegene Produktionskosten und die Inflation stellen zwei Gründe für diese Entwicklung dar. Allerdings gibt es noch weitaus mehr. Dass es in Deutschland kaum noch günstige Neuwagen unter 20.000 Euro gibt, liegt an einer Kombination aus strengen EU-Vorschriften, strategischen Entscheidungen der Autohersteller und gestiegenen Produktionskosten. Während vor einigen Jahren noch viele einfache „Brot-und-Butter-Autos“ auf dem Markt waren, hat sich das Angebot dramatisch verringert. Die Europäische Union schreibt für Neuwagen immer mehr Sicherheits- und Assistenzsysteme ab Werk vor, zum Beispiel Notbremsassistenten, Spurhalteassistenten und Blackbox-Müdigkeitswarner. Die Entwicklung und Integration dieser Technik kostet viel Geld.

Um immer strengere Abgasregulierungen wie die Euro 6e zu erfüllen, ist eine aufwendige Abgasreinigung notwendig. Bei einem teuren SUV fallen diese Zusatzkosten kaum ins Gewicht. Bei einem günstigen Kleinstwagen fressen sie jedoch die gesamte Marge auf. Viele beliebte und günstige Modelle wie der Ford Fiesta, Opel Adam, VW Up oder Škoda Citigo wurden von den Herstellern komplett eingestellt, weil sich die Produktion schlicht nicht mehr lohnte.

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Aktuellen Auswertungen des ADAC zufolge gibt es auf dem deutschen Markt nur noch 16 Neuwagenmodelle, die für weniger als 20.000 Euro zu haben sind. Und kein einziges davon stammt von einem deutschen Hersteller. Die Auswahl beschränkt sich überwiegend auf Kleinst- und Kleinwagen sowie Importmarken. Der Leapmotor T03 ist ein kompaktes Elektroauto aus chinesisch-stellantisischer Kooperation und erhältlich ab ca. 18.900 Euro. Der Dacia Jogger und Dacia Duster bilden Ausnahmen, die in sehr schlichten Basis- oder Autogas-Varianten knapp unter der 20.000-Euro-Grenze bleiben und sogar Platz für Familien bieten.

Mit dem Citroën ë-C3 startet eine vollelektrische Variante des C3 je nach Aktions- oder Listenpreis ebenfalls bei rund 19.990 Euro. Den Fiat 500 bzw. Grande Panda gibt es teilweise als Einstiegs-Hybrid oder Basis-Variante für einen Preis knapp an der 20.000-Euro-Schwelle. Deshalb bleibt denjenigen, die nicht viel Budget für ein Auto haben, oft nur der Gebrauchtwagen-Markt.

(Quellen: ADAC, KBA)