Hitzeschäden legen Bahn lahm – Verspätungen dauern Wochen

Eine Anzeigetafel der DB im Bahnhof zeigt an, dass mehrere Züge ausfallen oder zu spät kommen. Die helle Leuchttafle ist in der Nahaufnahme zu sehen und man sieht nicht genau, wie hoch die Verzögerung ist.
Symbolbild © imago/Ralph Peters

Nach dem Hitzesommer ist auch der Spätsommer in Deutschland zu spüren. Die extremen Temperaturen der letzten Monate haben im Land schwere Spuren hinterlassen. Hitzeschäden legen sogar die Bahn und ihre Gleise für Wochen lahm.

Die DB kämpft wie jedes Jahr mit vielen Problemen und Baustellen. Dieses Jahr kam das Wetter bereits im Sommer dazu. Hitzeschäden haben massive Auswirkungen auf Strecken und Gleisen gezeigt, sodass die Bahn noch Wochen lahmgelegt sein dürfte, Verspätungen inklusive.

Was die Strecken der DB derzeit so empfindlich macht

Hitze, Baustellen und ein knappes Gleis bremsen den Zugverkehr in Deutschland und vor allem in Baden-Württembergstark aus. Zwischen Stuttgart und Aulendorf läuft der Zugverkehr derzeit alles andere als normal. Auf der Zollern-Alb-Bahn kommt es immer wieder zu Ausfällen und deutlichen Verspätungen. Teilweise erreichen Züge ihr Ziel bis zu einer Stunde später. Besonders ärgerlich sind die Folgen für Umsteiger. Kommt ein Zug zu spät, kann daraus schnell eine deutlich längere Reise werden. Gerade auf regionalen Verbindungen wirken sich einzelne Störungen deshalb besonders stark aus.

Zwischen Albstadt-Laufen und Mössingen haben die hohen Temperaturen an mehreren Stellen Schäden am Gleis verursacht. Dort müssen Züge langsamer fahren. Das verlängert die Fahrzeit und kann Anschlüsse kosten. Hinzu kommt eine Besonderheit: Der betroffene Abschnitt ist eingleisig. Treffen sich verspätete Züge, kann einer nicht einfach am anderen vorbeifahren. Eine kleine Verzögerung kann sich dadurch schnell auf weitere Fahrten ausbreiten. Zusätzliche Bauarbeiten verschärfen die Situation. In Tübingen laufen Arbeiten an Weichen und Aufzügen. Zwischen Gammertingen und Sigmaringen ersetzt außerdem bis November ein Ersatzverkehr einen Teil der Zugverbindungen.

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Bahnstrecke im Süden: Das Warten geht weiter

Eine schnelle Entspannung zeichnet sich derzeit nicht ab. Für die Reparaturen fehlen laut Bahn spezielle Großmaschinen. Deshalb steht noch kein genauer Termin für das Ende der Einschränkungen fest. Die Bahn rechnet mit weiteren Wochen. Damit bleibt gerade der eingleisige Abschnitt ein Schwachpunkt. Fällt dort eine Fahrt aus oder kommt verspätet an, kann sich die Verzögerung auf mehrere nachfolgende Verbindungen übertragen.

Betroffen sind damit nicht nur Fahrgäste auf der Zollern-Alb-Bahn selbst. Auch Verbindungen in Richtung Stuttgart und Aulendorf können durch verpasste Anschlüsse ins Rutschen geraten. Für betroffene Fahrgäste kann sich ein Blick auf die Fahrgastrechte lohnen. Bei mindestens 60 Minuten Verspätung am Ziel können grundsätzlich 25 Prozent des Fahrpreises als Entschädigung infrage kommen, ab 120 Minuten 50 Prozent.

(Quellen: DB, SWR)